Sontheimer-Kastanie muss Säge weichen
„Fällung war unumgänglich“

Münster-Albachten -

Der Unmut ist groß: Viele Albachtener ärgern sich darüber, dass die rund 100 Jahre alte Kastanie auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte Sontheimer gefällt wurde. Dabei hatte es vor kurzer Zeit noch geheißen, dass sie unter Schutz stehe und keineswegs beseitigt werden dürfe.

Freitag, 08.03.2019, 19:00 Uhr
Per Hubsteiger ging es der an die 100 Jahre alten Kastanie auf dem ehemaligen Sontheimer-Areal an der Ecke Dülmener Straße / Osthofstraße an den Kragen. Sie ist jetzt verschwunden.
Per Hubsteiger ging es der an die 100 Jahre alten Kastanie auf dem ehemaligen Sontheimer-Areal an der Ecke Dülmener Straße / Osthofstraße an den Kragen. Sie ist jetzt verschwunden.

So mancher Albachtener hat sich darüber gewundert und mancher auch heftig geärgert: Die alte Kastanie auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Sontheimer an der Ecke Dülmener Straße / Osthofstraße ist verschwunden. Sie wurde am Donnerstag von einer Spezialfirma per Hubsteiger Stück für Stück zersägt und für den Abtransport fertig gemacht. Dabei hatte es unlängst noch geheißen, dass der Baum direkt neben dem Neubauprojekt der Wohnungsbaugenossenschaft Münster-Osnabrück (WMO) geschützt sei und auf keinen Fall beseitigt werden dürfe.

Albachtener, die Zeuge der Baufällaktion wurden, meldeten sich per E-Mail sowie per Telefon in der Redaktion unserer Zeitung oder posteten in sozialen Netzwerken, um ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck zu bringen. Vielen von ihnen schien die Kastanie, deren Alter auf rund 100 Jahre geschätzt wird, wohl ans Herz gewachsen zu sein. Er vermute, dass es sich bei der Aktion um eine „abgekartete Sache“ handele, um den für das Neubauprojekt lästigen Erhalt des Baumes doch noch zu vermeiden, entrüstete sich einer der Anrufer.

Doch das scheint nicht der Fall zu sein: Nach Auskunft von Christoph Kuttenkeuler vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit wurde seitens der Stadt für die Aktion eine Befreiung erteilt. Das Fällen der Kastanie sei zulässig gewesen. Laut Kuttenkeuler war bis zuletzt vorgesehen, den Baum zu erhalten. In den vergangenen Tagen sei bei den Vorarbeiten für die erforderliche Wurzelbehandlung jedoch festgestellt worden, dass zahlreiche für die Standsicherheit der Kastanie erforderliche Starkwurzeln für den Bau der Fundamente der WMO-Immobilie durchtrennt werden mussten. „Die Verkehrssicherheit der Kastanie war damit leider nicht mehr sicherzustellen, sodass eine Fällung letztlich unumgänglich wurde“, stellt der Experte des Grünflächenamts klar. Er bedauere dies sehr. Eine Ersatzpflanzung sei vorgesehen.

Der Vermutung, dass es sich um eine „abgekartete Sache“ handele, tritt Andreas van der Meulen entschieden entgegen. Dem müsse deutlich widersprochen werden, hebt der WMO-Vorstand mit Nachdruck hervor. Die Wohnungsbaugenossenschaft habe das Neubauprojekt mit seinen 17 barrierefreien Mietwohnungen und zwei Gewerbeeinheiten eigens auf den von der Stadt Münster verordneten Erhalt der alten Kastanie ausrichten müssen. Das habe die WMO viel Geld und viel Zeit gekostet. „Uns ist großer Schaden entstanden, den wir nicht ersetzt bekommen“, hebt van der Meulen hervor. Und für die Wurzelbehandlung des Baums sei sogar der kostspielige Einsatz eines Saugbaggers nötig geworden.

Sein Unternehmen, so der WMO-Vorstand weiter, werde keineswegs davon profitieren, dass die Kastanie nun verschwunden sei. An den Planungen für den Neubau auf dem ehemaligen Sontheimer-Areal werde im Nachhinein nichts verändert. Alles werde wie vorgesehen realisiert. Die Wohnungsbaugenossenschaft habe durch das lange Hickhack um dem Erhalt des Baumes gravierende Nachteile in Kauf nehmen müssen.

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