Albachtener Gespräche
Hauptziele: Amerika und Holland

Münster-Albachten -

Bei der jüngsten Ausgabe der „Albachtener Gespräche“ ging es um Auswanderer, die im 19. Jahrhundert ihrem Heimatort Albachten den Rücken kehrten. Ein spannendes Thema...

Sonntag, 10.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 16:12 Uhr
Volker Wilmsen (M.) – hier mit den Gesprächsmoderatoren Ferdinand Lenfers (l.) und Holger Wigger – hat sich mit der Auswanderung aus Albachten im 19. Jahrhundert beschäftigt.
Volker Wilmsen (M.) – hier mit den Gesprächsmoderatoren Ferdinand Lenfers (l.) und Holger Wigger – hat sich mit der Auswanderung aus Albachten im 19. Jahrhundert beschäftigt. Foto: cro

So mancher hat sich schon an der Ahnenforschung versucht, viele sind gescheitert und einige der Sucht verfallen. Wie war das eigentlich damals? Und wo liegen meinen Wurzeln? Solche Fragen hat sich auch Volker Wilmsen gestellt. Der Mathematiker aus Albachten hat jedoch nicht nur seine eigene Familiengeschichte erforscht, sondern sich gleich den ganzen Stadtteil vorgenommen. Bei den Albachtener Gesprächen des Vereins „Musik-Kultur Albachten” stellte er nun einen besonderen Teil der Forschung vor: die Auswanderung aus dem Stadtteil.

„Es waren gar nicht so viele, wie man es vielleicht vermuten könnte”, stieg Wilmsen in das Thema ein. Die Wurzeln der Auswanderer im Stadtteil zu finden, sei nicht einfach: „Denn meist sind nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder ausgewandert. So leben eben keine Nachkommen mehr in Albachten.” Dafür habe es verschiedene Gründe gegeben: „Zum einen waren es sicher finanzielle Nöte, aber auch das Drücken vor dem Militärdienst oder Hunger waren oft Motivation.“

Der Experte sorgte anhand einiger Albachtener Familien für einen spannenden Abend. Zudem stellte Wilmsen einige Methoden vor, wie man sich dem Thema überhaupt nähern kann. „Der größte Teil ist sicher die Recherche über das Internet.” Dort gibt es Datenbanken, unter anderem unter „familysearch.org.“ Dennoch sei gerade die Suche nach Auswanderern geprägt von Zufallsfunden”, verriet Wilmsen. Außerdem sei es wirklich sehr kleinteilig, wenn man die Geschichte verfolgen wolle: „Aus Albachten sind am Ende 21 Familien und Einzelpersonen ausgewandert, in erster Linie nach Amerika oder Holland.”

Wilmsen zeigte anhand einiger bekannter Namen wie so eine Suche nach Auswanderern in Datenbanken, zwischen Schiffslisten und Grabsteinfotos, funktioniert. „Beispielsweise der namensgebende Hof Schulze Albachten, den es nicht mehr gibt: Von den Auswanderern findet man in Amerika sogar heute noch einen Grabstein mit dem Namen Albachten.”

Auch die Geschichte der Familie Rennekamp, einer Mutter mit drei Kindern, die ihr Glück in Amerika suchte, konnte Wilmsen nachweisen. „Manchmal muss man aber auch erst einmal unterschiedliche Quellen befragen, um sicher zu sein: Denn oft schleichen sich Schreib- oder Übertragungsfehler in Listen ein.”

Holger Wigger, der den Abend moderierte und zusammen mit Ferdinand Lenfers die Albachtener Gespräche organisiert, war von der Arbeit begeistert: „Solche Erforschung ist sehr viel Arbeit und kostet noch mehr Zeit: Das merkt man den Ausführungen deutlich.”

Im Buch „Willkommen in Albachten – Geschichte und Geschichten aus 875 Jahren“, das 2017 anlässlich des Ortsjubiläums herausgegeben wurde, hat Volker Wilmsen ebenfalls Einblick in seine Recherchen gegeben. „Von Albachten hinaus in die Welt – Auswanderer aus Albachten“ ist ein 20 Seiten umfassendes Kapitel überschrieben, das er beigesteuert hat.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6461764?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F131%2F
Lagerhalle einer Zimmerei an der K 20 völlig zerstört
Großalarm für die Feuerwehr am Ostersonntag um kurz vor 16 Uhr. Zwei Löschzüge aus Everswinkel und Alverskirchen sowie eine Drehleiter aus Sendenhorst werden zur Brandbekämpfung alarmiert.
Nachrichten-Ticker