MGV 1968 Albachten
Fleißige Handwerker auf der Bühne

Münster-Albachten -

Das Publikum war begeistert: Beim traditionellen Frühlingskonzert im „Haus der Begegnung“ zeigten sich die Albachtener Sänger von ihrer besten Seite.

Montag, 18.03.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 18:06 Uhr
Unter dem Motto „Unser liebes Handwerk“ zogen die Sänger des MGV beim großen Frühjahrskonzert im „Haus der Begegnung“ alle Register ihres gesanglichen Könnens.
Unter dem Motto „Unser liebes Handwerk“ zogen die Sänger des MGV beim großen Frühjahrskonzert im „Haus der Begegnung“ alle Register ihres gesanglichen Könnens. Foto: ann

Auf der Bühne: Leitern, notdürftig verbundene Rohre, Farbeimer, ein Ölkännchen, ein Amboss, sogar eine Nähmaschine – eine seltsame Baustelle. „Unser liebes Handwerk“ hatte von der Bühne Besitz ergriffen, genauer: Der Männergesangverein (MGV 68) unter der Leitung von Richard Homann hatte zum gleichnamigen Konzert eingeladen – in eine große Werkstatt.

Da strömten Handwerker auf die Bühne, Zimmerleute und Köche, Monteure und Klempner. Da sah man Schutzhelme und Gummistiefel, Arbeitshandschuhe, Warnwesten, Schürzen und Holzschuhen. Mit Motiven aus Handwerkerliedern stimmte die Gruppe „Blechstrudel“ der Bläservereinigung das Publikum instrumental ein. Ein Gärtner (der Vorsitzende Jürgen Holstiege) begrüßte im proppenvoll besetzten Saal das Publikum, dann übernahm Kirsten Rosendahl-Lemm charmant die Moderation. Sie verwies auf die Walz, früher für Gesellen Pflicht, um den Meistertitel zu erlangen.

Das Publikum war gewissermaßen auf diese Reise miteingeladen. Mit dem Schneiderlied begann die Walz, die am Klavier von Marietta Schwengert begleitet wurde. „Tretet an, greift an“ sang der MGV, ein Chorlied der Zimmerleute aus Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“. Antreten tat dann der Kinderchor der Musikschule unter der Leitung von Angelika Matthaei. 55 Nachwuchshandwerker – Maler, Tischler, Glaser – sangen und stellten ihre Berufe vor. Auch an den Lumpensammler wurde mit dem Lumpensammlerlied gedacht und damit auch an Norbert Espenkott, der das Kinder-Lumpen-Fest in Albachten eingeführt hat.

Warum kommt kein Handwerker in den Himmel? Weil er die Anfahrt berechnet. Das Publikum konnte etwas lernen bei diesem Konzert. Zum Beispiel auch, woher die Bezeichnung Schlitzohr kommt. Einem unehrenhaften Zimmermann wurde sein Zunftzeichen, der Ohrring, abgerissen. Nicht ohne Folgen: er war gebrandmarkt durch ein geschlitztes Ohr. Besungen vom MGV wurde auch das chaotische Agieren eines Handwerkers mit Bogenschelle, Drehmanschette, Doppelflansch und Rücklaufkrümmer: Er ist Klempner von Beruf.

Nach der Pause war die Walz auf den Weltmeeren angekommen mit den Stücken: „Kumbaya,“ „One Way Wind“, „Santiano“, und „Volle Fahrt voraus“. Zwischendurch meldete sich aber noch einmal die Metzgerin und ehemalige Albachtenerin Ulrike Kienbach aus Hessen zu Wort. Sie hatte einen Schlachtplan, mit dem sie einen Lehrling suchte. Jürgen und Uli aus dem Publikum stellten sich als Stier und Schwein zu Verfügung, an dem der neue Lehrling Willi seine Eignung für den Beruf testen sollte. Er bestand, denn die Anatomie vom Bürgermeisterstück bis zum Ochsenziemer war ihm vertraut.

Auf das nächste große MGV-Frühlingskonzert am 15. März nächsten Jahres dürfen sich die Albachtener heute schon freuen: Das begeisterte Publikum hat das Thema „Unsere Frauen, das größte Glück unserer Erde“ gewählt.

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