Albachtener Kulturfreitag
Die Themen liegen in der Luft

Münster-Albachten -

Kabarett – nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken – das gab es beim jüngsten Albachtener Kulturfreitag: Zu Gast war Gregor Pallast.

Sonntag, 24.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 16:04 Uhr
Der Kabarettist Gregor Pallast, Stammgast im Bonner Pantheon und dem Senftöpfchen in Köln, ist an drei Tagen in der Woche Lehrer in Bad Honnef. Er unterhielt sein Publikum im Albachtener „Haus der Begegnung“ mit seinem Programm „Am Puls der Zeit 2.0“
Der Kabarettist Gregor Pallast, Stammgast im Bonner Pantheon und dem Senftöpfchen in Köln, ist an drei Tagen in der Woche Lehrer in Bad Honnef. Er unterhielt sein Publikum im Albachtener „Haus der Begegnung“ mit seinem Programm „Am Puls der Zeit 2.0“ Foto: ann

Die Themen liegen für Gregor Pallast förmlich in der Luft. Sie sind aktuell, aus dem täglichen Leben und aus den täglichen Politik-Schlagzeilen: „Am Puls der Zeit 2.0“ heißt sein aktuelles Kabarettprogramm, mit dem er beim Publikum im „ Haus der Begegnung “ nicht nur für Schmunzeln sondern auch für Nachdenklichkeit sorgte.

Die Zeiten seien bewegt, stellte er fest. Wenn es 2019 im bisherigen Tempo weitergehe – Stichworte: Shutdown in den USA, Machtkampf in Venezuela, Nordkorea / USA-Konflikt, Brexit – dann könne im Vergleich dazu das gewiss nicht ereignislose Jahr 2018 einpacken. Dabei sei der Markt für schlechte und postfaktische Nachrichten eigentlich gesättigt, meint Pallast.

Im Jahr 2030 soll 37 Prozent weniger Sprit verbraucht werden. Ob das vielleicht eine Mogelpackung werden könnte? Wo doch die Autos schon heute 42 Prozent mehr Sprit verbrauchen, als vom Hersteller angegeben. In 1000 Jahren würden Altertumsforscher vermutlich rätseln über heutige 200 Stundenkilometer schnelle SUVs, die aber nur 24 Stundenkilometer in der Stadt geschafft hätten. Obwohl groß und schwer hätten sie doch nur fünf Personen transportieren können, und zum Spritsparen an der Ampel sei der Motor ausgegangen.

Dass 15 000 Lehrer fehlen, damit könne man Schüler nicht wirklich schocken, glaubt der Kabarettist. Warum ergriffen so wenige diesen Beruf? Vielleicht wüssten die Schüler bei dem vielem Unterrichtsausfall gar nicht so recht, was ein Lehrer eigentlich mache. Werbeslogans der Landesregierung „Wirste Lehrer, wirste schlauer“ ließen vermuten, dass dieses Ziel glatt verfehlt wurde.

Pallast staunte auch über Absurditäten wie zum Beispiel die Begründung für die Räumung des Hambacher Forstes: Der Brandschutz in den Baumhütten sei nicht gegeben. Und er rätselte über die Verhältnismäßigkeit von den Kosten für einen Liter Milch (69 Cent) gegenüber einem Liter Mineralwasser (79 Cent). „Es ist betriebswirtschaftlicher Blödsinn, einer Kuh Wasser zu trinken zu geben!“, ist er sich sicher.

Politiker, so die Ansicht des Kabarettisten, entfalten ihre wahren schlummernden Talente oft erst nach ihrer politischen Karriere, was sich dann an ihren Bezügen ablesen lasse. In Pallasts „Am Puls der Zeit 2.0“-Programm bekommen unter anderem aber auch die bundesdeutschen Verbraucher, die tagtäglich jede Menge Lebensmittel wegschmeißen, ihr Fett weg, ebenso wie fanatische vegane Öko-Eltern die aus Gründen der Hygiene den selbst gebackenen Geburtstagskuchen für ihre Kinder in der Kita einfach ablehnen.

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