Versteigerungsaktion auf Hof Holtmann
40 000 Euro für ein Wagyu-Rind

Münster-Albachten -

Edle Rinder japanischer Abstammung kamen auf dem Albachtener Hof Holtmann „unter den Hammer“: Dort wurden 42 Wagyus versteigert.

Montag, 09.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 18:22 Uhr
Sie sind eine exklusive Rinderrasse, und ihr Fleisch ist begehrt: Auf dem Albachtener Hof Holtmann wurden 42 Wagyu-Rinder versteigert.
Sie sind eine exklusive Rinderrasse, und ihr Fleisch ist begehrt: Auf dem Albachtener Hof Holtmann wurden 42 Wagyu-Rinder versteigert. Foto: cro

Schon der Blick auf den Parkplatz des Hofes Holtmann verriet es: So manch einer war mit seinem Auto von weit her angereist: Aus Mainz, Essen, Bayern und Holland hatten Interessierte den Weg nach Albachten gefunden. Sie waren bei Weitem nicht die einzigen Besucher, die zu einer Auktion der besonderen Art gekommen waren: Auf dem Albachtener Hof kamen edle Rinder „unter den Hammer“.

Reinhard Holtmann züchtet Wagyu-Rinder. Die Tiere mit den japanischen Wurzeln sind so manchem besser bekannt als Lieferanten für die teuersten Steaks der Welt, für die pro Kilogramm gerne mal mehrere Hundert Euro bezahlt werden.

„Unsere Tiere gehen aber nicht in die Küche, sondern sie sind für die Zucht bestimmt“, erklärte Holtmann, während die Auktionshalle aus allen Nähten platzte. Denn es waren rund 600 Besucher zur Auktion gekommen, bei der 42 Wagyus angeboten wurden. Und Auktionator Andreas Aebi hatte reichlich zu tun: Schon das erste Tier erzielte einen Preis von rund 40 000 Euro.

Kleinere Rinder wechselten für rund 12 000 Euro den Besitzer. „Das ist auch der Durchschnittspreis, obwohl man den nicht genau bestimmen kann“, verriet der Landwirt. Zumal er auch deutlich höher liegen könne.

Während in der Versteigerungshalle die Helfer des Auktionators alle Hände voll zu tun hatten, um die vielen Angebote zu registrieren und lautstark weiterzuleiten, wurden die Tiere hinter der Bühne auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Mit Fön und Nagellack wurden die Rinder behandelt, um einen möglichst guten Auftritt hinzulegen.

Um den passenden Rahmen für die edlen Tiere zu schaffen, wurde auf dem Hof gleich noch vieles andere geboten: Eine Landmaschinenausstellung und Leckeres für das leibliche Wohl waren nur einige Highlights. „Natürlich sind auch Köche dabei, die haben natürlich ein anderes Interesse an dem Fleisch“, erläuterte Holtmann. Denn das Fleisch der Wagyu-Rinder zeichne sich nicht nur durch seine besondere Marmorierung aus, sondern auch durch die Zartheit und einen etwas anderen Geschmack als beim normalen Rindfleisch. „Es ist etwas Besonderes.“

Dabei kam Holtmann vor rund zehn Jahren eher durch Zufall zur Wagyu-Zucht: „Ich habe einen Bericht im Fernsehen gesehen, sehr spät in der Nacht.“ Da wurde das teuerste Steak der Welt vorgestellt. „Das war die Initialzündung, so etwas wollte ich auch.“ Doch wer auf die Idee komme, selber die japanischen Rinder zu züchten, dem werde es nicht leichtgemacht: „Es werden keine Tiere oder Erbgut aus Japan exportiert.“ Vor einigen Jahren seien rund 100 Tiere in die USA exportiert worden, so seien Zuchten in aller Welt entstanden.

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