Albachtener Kleiderkammer
Jubiläumsfeier mit Modenschau

Münster-Albachten -

Seit nunmehr 30 Jahren gibt es in Albachten eine Kleiderkammer, an der sich Bedürftige mit gut erhaltener Bekleidung eindecken können. Das wurde am Sonntag gefeiert.

Sonntag, 22.09.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 12:18 Uhr
Mit dem Schwenken von Pompoms wurde das 30-jährige Bestehen der Albachtener Kleiderkammer gefeiert.
Mit dem Schwenken von Pompoms wurde das 30-jährige Bestehen der Albachtener Kleiderkammer gefeiert. Foto: ann

Nach der Messe am Sonntagmorgen wurde den Kirchgängern Sekt auf silbernen Tabletts angeboten, dazu gab es französische Küchlein, rosa und weiße Petit Fours und Pralinen. An einem roten Teppich standen junge Mädchen, Marlene, Ida und Lena. Sie schwenkten als Cheerleader puschelige Pompons – eine Promi-Hochzeit? Nein, es hatte niemand geheiratet, gleichwohl gab es etwas zu feiern: das silberne Jubiläum der Albachtener Kleiderkammer, die seit 1994 besteht.

Wie dieser Geburtstag gefeiert werden sollte, war spontan klar. „Das lag einfach nahe“, sagte Marietheres Schulze Blasum. „Wir machen eine Modenschau, schließlich ist die Kleiderkammer seit 25 Jahren anziehend!“ So lautet übrigens auch die Aufschrift auf den hübschen blauen Stofftaschen, die zu erwerben sind.

Gedacht, getan. Marietheres Schulze Blasum, die seit über 30 Jahren die kfd in der Gemeinde maßgeblich mitgestaltet hat, übernahm mit launigen Ankündigungen die Moderation. Und die Models? Das waren fast alles Frauen aus der Kleiderkammertruppe, bekleidet mit modischen Outfits aus den Beständen. Souverän und gut gelaunt präsentierten sie sich dem Publikum.

Sogar die beiden Männer im Team, Werner Rolf und Peter Duschicka, schritten souverän über den Catwalk und gaben, je nach Ankündigung der Moderatorin, den flotten Studenten mit glänzendem Blouson und Büchern unter dem Arm oder den Sunny Boy auf dem Weg ins Theater. Die Palette der verschiedenen Bekleidungen war groß und reichte vom grünen Oktoberfest-Trachtenkleid über legere Strandkleidung bis hin zur gerafften lila-schwarzen Robe für den Opernbesuch. „Bringen Sie uns Ihre abgelegten Kleider, dann sehen Sie sie mal wieder!“, ulkte Marietheres Schulze Blasum, selbst edel gewandet in einem Champagner-farbenen Crash-Jäckchen aus den Beständen.

Doris Böckmann, Josefine Terwey und Gertrud Weilke sind Frauen der ersten Stunde der Kleiderkammer. Sie haben schon Schlüsselbunde aus abgegebener Kleidung gerettet oder Stücke, die voreilige Ehefrauen entsorgt hatten, den dankbaren Männern zurückgegeben. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist ihnen ein Witwer, der um Hilfe bat. „Im Schrank hingen Kleider seiner Frau der Größe 38 bis hin zu Größe 48. Zu jedem Kleid hat er uns eine Geschichte erzählt. So hat er das Leben seiner Frau noch einmal Revue passieren lassen, das war ergreifend.“

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