Schienenhaltepunkt Albachten
„Ein völlig falsches Signal“

Münster-Albachten -

Der Winterfahrplan der Bahn sieht vor, dass ab 15. Dezember weniger Züge im Albachtener Bahnhof halten sollen. Das ärgert CDU und SPD vor Ort gehörig.

Montag, 09.12.2019, 19:00 Uhr
Mit dem Inkrafttreten des Winterfahrplans Mitte Dezember werden weniger Züge in Albachten Halt machen. Das sorgt für heftige Kritik im münsterischen Ortsteil.
Mit dem Inkrafttreten des Winterfahrplans Mitte Dezember werden weniger Züge in Albachten Halt machen. Das sorgt für heftige Kritik im münsterischen Ortsteil. Foto: a

Die Veränderungen, die zum Start des Winterfahrplans ab dem 15. Dezember (Sonntag) am Albachtener Schienenhaltepunkt in Kraft treten sollen, sorgen bei vielen Bahnkunden schon im Vorfeld für große Verärgerung. Schließlich halten die Züge – wie berichtet – am Albachtener Bahnhof künftig zum Großteil nur noch im Stundentakt. Bislang galt beim Halt in Albachten fast ein Halbstundentakt. Die anstehenden Änderungen haben die Albachtener SPD sowie die CDU auf den Plan gerufen. Beide sparen nicht mit heftiger Kritik.

„Ich bin tief enttäuscht über die Reduzierung der Halte am Bahnhof Albachten“, hebt Ulrike Czerny-Domnick , Vorsitzende es SPD-Ortsvereins, in einer Mitteilung deutlich hervor. Die Ausdünnung des täglichen Angebots, aufgrund dessen künftig nur noch 27 anstatt bisher 38 Züge in Albachten Station machten, sei „ein völlig falsches Signal“ an Bahnkunden, die ein klimaschonendes und schnelles Verkehrsmittel nutzen wollten.

„Münsters Westen ist ein Siedlungsschwerpunkt. Gerade Albachten wird viele neue Bürger bekommen, da muss auch die Verkehrsanbindung stimmen“, stellt Czerny-Domnick klar. Im März und April dieses Jahres hätten sich die Albachtener Sozialdemokraten noch um die Frage der Zughalte in ihrem Ort gekümmert. Nachdem aufgrund der sogenannten „Münsteraner Erklärung“ die Zuglinie RE 2 bis Osnabrück verlängert werden sollte, hätten die Planungen darin bestanden, den RE 2 nicht mehr in Albachten halten zu lassen. Es hätte aber als Ersatz der RE 42 fahren und die Lücke des RE 2 in einem um wenige Minuten versetzten Takt füllen sollen, mit identischen Haltepunkten wie beim RE 2 heißt es in der Mitteilung der Sozialdemokraten.

„Wermutstropfen war die Tatsache, dass der RE 2 dann nur bis Essen fahren sollte und nicht bis Düsseldorf“, so Czerny-Domnick. Auf Wunsch der SPD sei das Thema in der Versammlung des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr diskutiert und erläutert worden.

Albachtens Bahnhof sei seit Jahren ein Schwerpunktthema der politischen Arbeit des SPD-Ortsvereins. Immer wieder habe man Initiativen dazu entwickelt. Zuletzt sei noch eine Anhebung der Bahnsteige gefordert worden, um ein problemloses Einsteigen in die Züge zu ermöglichen. Und die Forderung, die Unterführung des Schienenhaltepunkts barrierefrei umzugestalten, sei auf Zustimmung gestoßen: Der Bau von zwei Aufzugsanlagen sei beschlossen worden. „Für uns ist der Haltepunkt in Albachten von zentraler Bedeutung für die Verkehrsflüsse, und wir werden nicht locker lassen, um wieder einen akzeptablen Zustand zu erreichen“, verspricht Ulrike Czerny-Domnick.

Nicht minder enttäuscht über die mit dem Winterfahrplan in Kraft tretenden Veränderungen am Albachtener Bahnhof zeigt sich Sven Gotthal. Auch er kritisiert die Ausdünnung des Angebots: „Geringere Zugtaktungen sind ein Unding in Zeiten moderner und klimagerechter Mobilität“, hebt der CDU-Ratsherr hervor. Es sei nicht zu übersehen, dass gerade im Winter lange Autostaus in Richtung Innenstadt entstehen und sich durch Albachten schlängeln.

Weniger Bahnfahrten bedeuten laut Gotthal, dass Bürger vermehrt wieder aufs Auto umstiegen. Das sei das „absolut falsche Signal in einem wachsenden Stadtteil“, ärgert sich der Albachtener Christdemokrat. Es müsse dringend wieder eine kürzere Zugtaktung am örtlichen Schienenhaltepunkt geben.

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