Albachtener „Bücherplausch“
Jede Menge Lektüretipps für engagierte „Leseratten“

Münster-Albachten -

Beim „Bücherplausch“ mit Renate Rave-Schneider und Andrea Timm werden stets interessante Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen. Das war auch bei der jüngsten Ausgabe wieder der Fall.

Dienstag, 10.12.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 12:18 Uhr
Andrea Timm (l.) und Renate Rave-Schneider (r.) luden zum Albachtener „Bücherplausch“ ein.
Andrea Timm (l.) und Renate Rave-Schneider (r.) luden zum Albachtener „Bücherplausch“ ein. Foto: sn

Sie hatten es alle gelesen. Die Teilnehmer vom „Bücherplausch“ bereiteten sich auf die neueste Auflage der Albachtener Lese-Veranstaltung vor, indem sie alle dieselbe Lektüre lasen und nun ihre Eindrücke schilderten. Es war keine leichte Kost, mit der sie sich beschäftigten. Ruth Klügers „weiter leben“ ließ keinen kalt. Es handelt von einem Kind, das Theresienstadt und Auschwitz überlebt hat und nun als Erwachsene darauf zurückblickt.

Mit sieben, so beschreibt Klüger, habe sie in ihrer Heimatstadt Wien auf keiner Parkbank mehr sitzen dürfen. Später musste sie den „Judenstern“ tragen. Auschwitz überlebte sie nur, weil die damals Zwölfjährige sich als 15-Jährige ausgab und so weiter in das Arbeitslager Christianstadt deportiert wurde. Die Teilnehmer in Albachten diskutierten über diese eindringliche Lektüre. „Wenn Anne Frank überlebt hätte, hätte sie es auch so geschrieben“, meinte eine.

Den „Bücherplausch“ organisieren in regelmäßigen Abständen Renate Rave-Schneider und Andrea Timm, bei der die neueste Auflage auch stattfand. Die beiden Autorinnen stellten nach der Besprechung von Klügers Buch weitere Lektüre vor. Renate Rave-Schneider widmete sich zunächst Saša Stanišićs „Herkunft“. Der twitternde Poet hat gerade den Deutschen Buchpreis gewonnen und ist passionierter Handke-Kritiker. Er beschreibt das Verlorensein des Ankommenden. Deutschland, Jugoslawien, Bosnien, was kann bei ihm als „Heimat“ gelten? Oder gar keines der drei Länder? Renate Rave-Schneider kennt den Autoren persönlich. Sie hat ihn für das „Center of Literature“ auf Burg Hülshoff interviewt: „Ich weiß, wie er tickt“.

Viele weitere Bücher standen auf dem ambitionierten Programm des „Bücherplausches“, von Judith Hermanns „Lettipark“ bis zur „Kunst des lässigen Anstands“ von Alexander von Schönburg, dem Bruder von Gloria von Thurn und Taxis. Im nächsten Jahr gibt es eine Fortsetzung des Formats. Am 14. März ist eine weitere Ausgabe der Veranstaltung geplant.

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