Albachtener Autor Matthias Löwe
K.-o.-Tropfen auf der Kirmes

Münster-Albachten -

Mathe-Prof. Matthias Löwe hat es wieder getan: Der Albachtener hat einen packenden neuen Bielefeld-Krimi veröffentlicht. „Leinewebertod“ heißt das Werk.

Dienstag, 14.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 18:02 Uhr
Der Albachtener Krimi-Autor Matthias Löwe hat mit „Leinewebertod“ seinen inzwischen fünften Bielefeld-Krimi geschrieben.
Der Albachtener Krimi-Autor Matthias Löwe hat mit „Leinewebertod“ seinen inzwischen fünften Bielefeld-Krimi geschrieben. Foto: jans

Bröker ist wieder da. Der Albachtener Krimi-Autor Matthias Löwe hat einen neuen Roman aus der Serie um den immer noch vornamenlosen Bielefelder Privatier und Hobby-Detektiv geschrieben. „Leinewebertod“ heißt das Buch, in dem die ostwestfälische Spürnase zunächst in rosa Gymnastikhosen zur Teilnahme an Tanzgymnastik genötigt wird und sich dann mit einem neuen Fall konfrontiert sieht.

Schauplatz der Geschichte ist der Bielefelder Leineweber-Markt , eine fünftägige Frühlings-Kirmes im Mai. Die Verwendung dieser realen Großveranstaltung für seinen Plot bereitete Löwe allerdings zunächst ein wenig Kopferzbrechen. Darf man das überhaupt? Oder könnte irgendwer plötzlich die Rechte an dem Namen haben und sich dessen Verwendung teuer bezahlen lassen? Löwe fragte lieber mal bei den Veranstaltern nach – und durfte den Namen nutzen.

Der 55-jährige Autor ging auch in früheren Werken gerne sicher. So erkundigte er sich bei der Recherche für einen anderen Krimi schon mal in einer Apotheke, mit welchem Gift man jemand um die Ecke bringen müsse, um die vom Autor gewünschte spezielle Art des Ablebens zu erreichen. Er wurde prompt beraten.

Gefährliche Substanzen spielen auch im Roman „Leinewebertod“ wieder eine Rolle, zunächst sieht es aber gar nicht danach aus. Bröker besucht mit Sidekick Gregor nämlich besagte Bielefelder Kirmes. Während sich der junge Mann sofort halsbrecherischen Fahrgeschäften widmet, lässt es der Endvierziger Bröker ruhiger angehen. „Er ist eher der Riesenrad-Typ“, erläutert Autor Löwe.

Den Privatier verschlägt es bei seinem Rundgang über den Rummel vor eine Kultur- und Sportbühne. Eine Bekannte, die gerade mit ihrer Gruppe „Lady-Power-Lounge“ flotte Zumba-Tanzgymnastik vorführen möchte, entdeckt den Hobby-Detektiv im Publikum und nötigt ihn zum Mitmachen. Alles Rausreden hilft nichts. Die Damen verpassen ihm eine große rosa Trainingshose und los geht’s. Allerdings fällt Bröker bald um. „Trotz des dröhnenden Beats konnte er das Kichern der Zuschauer bis auf die Bühne hören. Bröker beschloss liegenzubleiben. Vielleicht konnte er sich ja einfach totstellen“, schreibt Löwe.

Dann gibt es allerdings einen Stromausfall. Der Elektriker, der das Malheur beheben soll, kippt vom Mast und bricht sich den Hals. Die Festfreude ist mithin nachträglich getrübt. Am nächsten Tag erfährt Bröker von Hauptkommissar „Mütze“ und Journalistin Charly, ebenfalls ständiges Personal in Löwes Bielefeld-Krimis, dass dem Handwerker vor seinem Absturz K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Brökers detektivisches Interesse ist geweckt.

Ein Jahr hat der Wahl-Albachtener an seinem neuen Buch geschrieben. „Das ist ein bisschen Vergangenheitsbewältigung“, sagt der im ostwestfälischen Löhne geborene Autor, wenn man danach fragt, warum er seine Krimis ausgerechnet in Bielefeld ansiedelt. Er hat dort 13 Jahre lang gewohnt. Und außerdem gebe es ja schon extrem viele Münster-Krimis. In den Buchhandlungen der Domstadt hat es Löwe deshalb auch nicht leicht. In Ostwestfalen verkauften sich seine stets ziemlich humorigen Bielefeld-Krimis deutlich besser, so der Autor.

Er denke jetzt einerseits darüber nach, seinen Helden mal kriminalistisch härter ermitteln zu lassen. Andererseits könne Bröker immer noch mal bei einer Reise nach Münster in einem gewissen Antiquariat an der Überwasserkirche vorbeischauen, sagt Löwe verschmitzt. Den nächsten und damit sechsten Bröker-Krimi könnte es übrigens auch als Hörbuch geben. „Da hätte ich Spaß dran“, sagt Löwe. Entsprechende Kontakte hat er inzwischen geknüpft.

Im Hauptberuf ist der Autor Professor für Mathematik an der Uni Münster. Von den Erträgen seiner in abendlicher Heimarbeit geschriebenen Krimis könnte er zwar nicht leben, so Löwe. Aber für einen Urlaub dann und wann reiche es schon. Seine mörderischen Ausflüge nach Bielefeld nennt er „einen schönen Kontrapunkt zur Mathematik“.

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Der Krimi „Leinewebertod“ ist im Pendragon-Verlag (ISBN 978-3-86532-659-1) erschienen.

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