Lioba Albus gastiert mit „Das Weg ist mein Ziel“ in Albachten
Wider die Widrigkeiten der Welt

Münster-Albachten -

Lioba Albus alias Mia Mittelkötter begrüßte im Haus der Begegnung „die Freunde des guten Geschmacks“ und lud sie ein auf eine virtuelle Reise, um das „weg“ näher zu ergründen. Spätestens seit Hape Kerkeling „dann mal weg“ war, wollten viele weg.

Sonntag, 02.02.2020, 19:20 Uhr
Lioba Albus als Kultfigur Mia Mittelkötter vermittelte im Haus der Begegnung Einsichten in ihre Lebensbewältigung
Lioba Albus als Kultfigur Mia Mittelkötter vermittelte im Haus der Begegnung Einsichten in ihre Lebensbewältigung Foto: Annegret Lingemann

Lioba Albus alias Mia Mittelkötter hatte sich für Albachten in bewährter Weise schick gemacht: schwarzer Volantrock, graues Glitzerjäckchen und eine mächtige, mit Pailletten besetzte Handtasche. So begrüßte sie im Haus der Begegnung beim Kultur-Freitag „die Freunde des guten Geschmacks“ und lud sie ein auf eine virtuelle Reise, um das „weg“ näher zu ergründen. Spätestens seit Hape Kerkeling „dann mal weg“ war, wollten viele weg, so ihre Erkenntnis.

Bloß – wo ist „weg“? Wo ist der Weg zu diesem „weg“? Das macht Mia Mittelkötter unter ihrer betonartigen Föhnfrisur ganz „küsselich in´n Kopp“, und sie erkennt, dass es „weg“ gar nicht gibt, denn Hape Kerkeling war doch schließlich in Spanien. Daraus folgert sie: Es gibt nur ein „woanders“.

Außer jemand ist richtig weg. Dann ist er nämlich tot, aber das wünscht Mia nicht mal ihrem Gatten Gustav. Der hat sich beim Altwerden leider zu sehr beeilt. Als Rentner ist er doch recht anhänglich geworden und will Mia immer begleiten. Da hat sie ihn schon mal im Laden an der Kühltheke vergessen. Als sie zuhause die Tiefkühlerbsen brauchte, fiel es ihr aber sofort wieder ein, wo er war. Ein Glück, es war noch am selben Tag!

Lioba Albus ist wandlungsfähig. Nach einer Schauspielausbildung hat sich sie sich dem Kabarett verschrieben, 2021 wird die Sauerländerin seit 30 Jahren auf der Bühne stehen. Auch bei ihrem aktuellen Programm „Das Weg ist mein Ziel“ schlüpft sie in verschiedene Rollen. Aus Mia Mittelkötter wird ein weißblonder Vamp in rotem Minirock mit Jäckchen in Raubtierprint und klotzigen High Heels. Das Publikum lernt, was man auf die weibliche Klage „Oh, heute sehe ich grauenhaft aus“ zu antworten hat und, dass pfeifende Gartenzwerge das Selbstbewusstsein heben. Als Detlev verkörpert sie einen Verlassenen, der die Geliebte an den Freund und den alten Hund an seine Mutter verloren hat. Aber am überzeugendsten ist und bleibt wohl die Mia Mittelkötter, die als „Frau in fortgeschrittener Jugend“ robust gegen die Widrigkeiten der Welt ankämpft und reichlich Ratschläge für den intimen zwischenmenschlichen Bereich bereithält.

Kuppelshows im Fernsehen findet sie überflüssig: „Dieses Nirosta-Grinsen der Kandidaten. Alle sind gebräunt und so glatt und prall, dass sie zum Lachen das Knie anwinkeln müssen“. Das musste ihr Publikum nicht. Es hat sich einfach weggelacht.

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