Informationen zum Neubaugebiet Albachten-Ost
Keine Anliegerbeiträge für Grünflächen

Münster-Albachten -

Auf großes öffentliches Interesse stieß die jüngste Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West: Kein Wunder, denn es ging um Albachten-Ost.

Freitag, 28.02.2020, 18:54 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 10:46 Uhr
Blick auf die Planung für Albachten-West: Im Neubaugebiet sind umfangreiche Grünflächen vorgesehen. Nachbarn hatten befürchtet, für die Anlage des Grüns zahlen zu müssen. Doch das soll offenbar nicht der Fall sein.
Blick auf die Planung für Albachten-Ost: Im Neubaugebiet sind umfangreiche Grünflächen vorgesehen. Nachbarn hatten befürchtet, für die Anlage des Grüns zahlen zu müssen. Doch das soll offenbar nicht der Fall sein. Foto: 3pass/rheinflügel severin

Selten war es in den vergangenen Jahren bei einer Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West soll voll wie am Donnerstagabend: Etliche Albachtener hatten sich im großen Saal der Augustin-Wibbelt-Schule eingefunden, denn es ging im Gremium unter anderem auch um Albachten-Ost. Das geplante Baugebiet bereitet so manchem Albachtener Sorgen – insbesondere im Hinblick auf mögliche Erschließungskosten und eine funktionierende Entwässerung bei Starkregen.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte es in Internet einen Aufruf der Nachbarschaftsinitiative „Lütke Geist“ zum Sitzungsbesuch gegeben, da man sich arge Sorgen machte, bei der Verwirklichung der Neubaugebietsplanungen tief in die Tasche greifen zu müssen. Von der Befürchtung, dass Altanlieger die umfangreichen Grünflächen in Albachten-Ost mitfinanzieren müssten, war die Rede. „Wir reden hier über Größenordnungen, die leicht mehrere Tausend Euro pro Grundstückeigentümer betragen können“, hieß es.

Doch dazu soll es – laut Stadtplaner Andreas Kurz , der den Bezirksvertretern die Planungen vorstellte – nicht kommen. Vielmehr sei vorgesehen, die Kosten für den Straßen- und Kanalbau sowie für die Anlage von Grünflächen auf die Grundstückspreise im Neubaugebiet umzulegen. Daran, die Eigentümer von Bestandsflächen zur Kasse zu bitten, sei nicht gedacht, versicherte der Verwaltungsvertreter – und so manchem der Albachtener Gäste schien ein Stein vom Herzen zu fallen.

Im Hinblick auf die Entwässerungsplanung, die von externen Fachleuten erarbeitet worden sei, erläuterte Andreas Kurz, dass ins Auge gefasst sei, anfallendes Niederschlagswasser nach Osten abzuleiten. Dies entlang der Straße in offenen Gräben, wovon sich die Planer eine bessere Verdunstung versprächen, zur Sendener Stiege hin. Darüber hinaus sei auch vorgesehen, das Gefälle im rund 14 Hektar großen Projektareal zu ändern. So solle der Höhenrücken inmitten des Geländes abgetragen und am Westrand eine Erhöhung geschaffen werden. Dies soll, so Kurz, mit einer einen Meter hohen Beton-Stützwand nebst Begrünung zur Lütken Geist/ Hohen Geist abgeschlossen werden. Doch gerade das wird – wie berichtet – von Anliegern vehement abgelehnt.

Somit verwunderte es nicht, dass sich die Bezirksvertretung einstimmig gegen das Vorhaben aussprach: „Die nach den bisherigen Planungen vorgesehene glatte Betonmauer in Höhe von einem Meter zur Bestandsbebauung wird in dieser Form nicht ausgeführt“, heißt es im einmütig befürworteten Änderungsantrag. Die Verwaltung wurde beauftragt, „Alternativen zum bisherigen Hochwasserschutzkonzept zu erarbeiten“, um die Mauer zu ersetzen.

Darüber hinaus hatte Andreas Kurz noch jede Menge weiterer Informationen zum geplanten Baugebiet parat: So sollen dort eine neue Grundschule, bis zu drei neue Kindertagesstätten, Kleingärten, das neue Feuerwehrhaus und auch ein Festplatz realisiert werden. „Albachten-Ost soll ein lebendiges Quartier werden, keine bloße Wohn- und Schlafstätte“, hob der Stadtplaner hervor.

Aufgrund der nahe liegenden Bahntrasse sollen die Immobilien im Süden des Baugebiets mit passiven Lärmschutzlösungen von Zuggeräuschen abgeschottet werden. Zur Wärmeversorgung ist an den Bau eines Blockheizkraftwerks nahe der Weseler Straße gedacht. Auch die Busanbindung des Neubauareals soll über die Haltestelle an der Weseler Straße erfolgen.

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