CDU-Kompromissvorschlag zum Streit ums Albachtener Gerätehaus
Feuerwehrhaus neben Friedhof bauen

Münster-Albachten -

Die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West regt an, das geplante neue Albachtener Feuerwehrgerätehaus doch an der Dülmener Straße zu bauen – direkt neben dem alten Friedhof soll es entstehen.

Montag, 23.03.2020, 20:33 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 18:24 Uhr
Auf diesem Grundstück neben dem alten Friedhof kann sich die CDU-Fraktion um Peter Wolfgarten das neue Feuerwehrgerätehaus vorstellen.
Auf diesem Grundstück neben dem alten Friedhof kann sich die CDU-Fraktion um Peter Wolfgarten das neue Feuerwehrgerätehaus vorstellen. Foto: Annegret Lingemann

„Es ist ein Versuch, Frieden in die Dorfgemeinschaft zu bringen – eine Art Kompromiss!“, sagt Bezirksvertreter und CDU-Ratskandidat Peter Wolfgarten. Die Christdemokraten in der Bezirksvertretung Münster-West haben sich Gedanken um den geplanten – und in Albachten durchaus umstrittenen – Neubau des Feuerwehrhauses gemacht: Sie bringen einen neuen Standortvorschlag ins Spiel und haben dazu einen Antrag an die Stadtverwaltung erarbeitet.

Schon seit längerer Zeit gibt es in der Albachtener Bürgerschaft hitzige Diskussionen darüber, ob das neue Feuerwehrhaus auf dem stillgelegten alten Friedhof an der Dülmener Straße gebaut werden darf, oder ob es andernorts angesiedelt werden muss. Die Feuerwehr würde den Neubau – wie berichtet – nur allzu gerne auf dem zentralen Friedhof gebaut sehen. Eine Interessengemeinschaft, der der Erhalt des Friedhofareals am Herzen liegt, lehnt dies jedoch ganz entschieden ab.

Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Areals regt die CDU nun an, das östlich an den alten Friedhof grenzende Privatgrundstück für den Bau des neuen Feuerwehrhauses zu nutzen: Die Verwaltung soll prüfen, ob es auf diesem Terrain komplett oder zumindest „weit überwiegend“ angesiedelt werden kann. Ist nur Letzteres möglich, dann soll lediglich ein kleiner Teil des Friedhofgeländes ins Neubauprojekt einbezogen werden.

Laut Peter Wolfgarten hat der Besitzer des Nachbargrundstücks der CDU schriftlich seine grundlegende Bereitschaft versichert, selbiges für den Bau eines Feuerwehrgerätehauses zur Verfügung zu stellen. Er würde es gegen das dann frei werdende jetzige Feuerwehrgrundstück an der gegenüberliegenden Seite der Dülmener Straße tauschen. Klären müsse die Stadtverwaltung nun, ob der Neubau auf dem Areal neben dem Friedhof möglich sei.

Nach Ansicht der Christdemokraten dürfte es erforderlich sein, im Falle des Falles die Grundstücksfläche komplett auszunutzen und auch eine Tiefgarage zu bauen, um die erforderlichen Pkw-Stellplätze bereitzuhalten. Die Halle für die Einsatzfahrzeuge soll indes – wie gewohnt – ebenerdig angesiedelt sein. Im Obergeschoss des Neubaus sollen die Hausmeisterwohnung und die Schulungsräume Platz finden.

Um ausreichend Rangierflächen zu haben, könne es notwendig werden, auch einen kleinen Teil des angrenzenden Friedhofterrains zu nutzen. Dies werde den Charakter des „Gottesackers“ jedoch nicht wesentlich verändern, meinen die Christdemokraten. Von der Verwaltung möchten sie ebenfalls geprüft wissen, ob der alte Friedhof zu einem Bürgerpark umgestaltet werden kann. Dafür hat sich die Interessengemeinschaft zum Erhalt des alten Friedhofs starkgemacht.

Gerne möchte die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West die unterschiedlichen Interessensgruppen an einen Tisch bringen. Ziel dabei solle es sein, „eine langfristige und nachhaltige Gestaltung und Unterhaltung des Bürgerparks im gemeinschaftlichen Interesse zu erzielen“.

Gespannt sein dürften die Christdemokraten somit darauf, ob die Verwaltung aus bautechnischer Sicht „grünes Licht“ für ihren Vorschlag geben kann. In diesem Falle können sie sich vorstellen, auf dem freiwerdenden Feuerwehrgelände ein mehrgeschossiges Gebäude mit bezahlbaren Wohnungen, eine Kindertagesstätte sowie einen „Treffpunkt für Gruppen und Kultur“ zu verwirklichen. In diesem Falle müsse für den Besitzer des neben dem Friedhof liegenden „Tauschgrundstücks“ allerdings eine Alternative gefunden werden. Darüber hinaus könne es auch möglich werden, auf der Dülmener Straße eine durchgehende „Tempo 30“-Zone zu schaffen, heißt es im CDU-Antrag.

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