SPD-Aktion für besseres Zug-Angebot am Albachtener Bahnhof
Auch der NWL will den Halbstundentakt

Münster-Albachten -

Albachtens Sozialdemokraten setzen sich dafür ein, dass wieder mehr Züge am heimischen Schienenhaltepunkt Station machen. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe will sie dabei unterstützen.

Dienstag, 24.03.2020, 21:33 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 18:40 Uhr
Wiederholt hatten Mitglieder der Albachtener SPD um Ortsvereins-Chefin Ulrike Czerny-Domnick (3.v.l.)
Wiederholt hatten Mitglieder der Albachtener SPD um Ortsvereins-Chefin Ulrike Czerny-Domnick (3.v.l.)

Albachtens Sozialdemokraten haben im Hinblick auf ihre Aktion gegen die Fahrplanausdünnung am örtlichen Schienenhaltepunkt eine erste Antwort vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) erhalten. Dessen Verantwortliche verstehen offenbar die Problematik, können jedoch auf Anhieb keine Abhilfe schaffen.

In den vergangenen Monaten führte der SPD-Ortsverein – wie berichtet – eine Unterschriftensammlung durch, um gegen die Reduzierung der Zughalte am Albachtener Bahnhof zu protestieren. Laut einer Mitteilung von Ortsvereins-Chefin Ulrike Czerny-Domnick liegen mittlerweile 635 Unterschriften von Bürgern vor, die das Anliegen unterstützen. Noch in diesem Monat wollten die Sozialdemokraten die Unterschriftenliste dem NWL beziehungsweise der Deutschen Bahn (DB) übergeben. Doch aufgrund der Corona-Krise soll die Übergabe nun auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Bereits im vergangenen Monat hatte sich Czerny-Domnick schriftlich an den NWL sowie die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BnetzA) gewandt mit der Bitte um Unterstützung und um Änderung des ausgedünnten Fahrplans. Dabei machte sie deutlich, dass etliche Züge im Schienenpersonennahverkehr nur deshalb nicht mehr in Albachten halten, weil den Interessen der Bahn und zweier privater Eisenbahnunternehmen Vorrang eingeräumt wird: „Der DB- Fernverkehr leitet nunmehr Züge über den Streckenabschnitt Münster – Recklinghausen, und es gibt auch noch zwei weitere Fernverkehrsanbieter auf dem Streckenabschnitt. Neben dem Flixtrain, dessen Beförderungen auf ein zweistündliches Angebot ausgedehnt wurden, fährt ein weiterer Anbieter aus Köln, der lediglich im Sommer Fahrten nach Westerland durchführt. Dies hat zur Folge, dass der Halbstundentakt in Albachten massiv ausgedünnt wurde“, schrieb Czerny-Domnick den Ansprechpartnern.

Von der Bundesnetzagentur erhielt die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins daraufhin die Auskunft, dass der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe für das Anliegen zuständig sei, woraufhin man Gespräche führte und nun auch offizielle Post erhielt: Laut Mitteilung der Sozialdemokraten schreibt der NWL, dass auch er „so schnell wie möglich in Albachten wieder einen durchgängigen Halbstundentakt anbieten“ wolle, zumal man sich auf Bundes- und Landesebene mit Nachdruck für den Ausbau der Schieneninfrastruktur einsetze. In diesem Zusammenhang mache der NWL sich auch für eine rechtliche Besserstellung des vertakteten Schienenpersonennahverkehrs stark.

„Wenn das so kommt, dann wäre das in unserem Sinne,“ sagt Ulrike Czerny- Domnick. Gleichwohl bedauert Albachtens SPD-Chefin, dass der Zweckverband keine kurzfristige Lösung für mehr Zughalte am heimischen Bahnhof anbieten kann.

Albachtens sozialdemokratische Ratskandidatin Ute Hagemann kann dem NWL-Schreiben dennoch eine erfreuliche Nachricht abgewinnen: „Es ist gut, dass der NWL unsere Initiative positiv sieht. Er schreibt ausdrücklich, dass die Unterschriftenaktion in Albachten dazu beitragen werde, dass der Zweckverband mit diesen Forderungen auf eine breite Unterstützung in der Region setzen kann.“

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