Wie Ostern in den Seniorenzentren in Roxel, Albachten und Mecklenbeck verbracht wird
Fenstergespräche und Posaunenklänge

Münster-West -

Corona-Stillstand? Nein, danke! In den Seniorenzentren in Münsters Westen wird den Bewohnern auch an den Ostertagen ein möglichst abwechslungsreiches Programm geboten.

Donnerstag, 09.04.2020, 23:57 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 11:12 Uhr
Am Karsamstag wird es im Sinnesgarten des Mecklenbecker Seniorenzentrums Meckmannshof einen Gottesdienst mit Prälat Jung geben. Die Senioren können ihn von den Balkons und Fenstern mitverfolgen, so wie es corona-bedingt am 8. April schon geschah.
Am Karsamstag wird es im Sinnesgarten des Mecklenbecker Seniorenzentrums Meckmannshof einen Gottesdienst mit Prälat Jung geben. Die Senioren können ihn von den Balkons und Fenstern mitverfolgen, so wie es corona-bedingt am 8. April schon geschah.

Die Situation ist traurig: Schon seit Tagen herrscht in den Seniorenzentren in Roxel, Mecklenbeck und Albachten striktes Besuchsverbot, schließlich geht es um dem Schutz von Bewohnern und Mitarbeitern. Daran wird auch an Ostern nicht gerüttelt, doch die Verantwortlichen setzen alles daran, den Senioren trotz der Corona-Krise ein wenig Feiertagsstimmung und Abwechslung zu vermitteln.

ImRoxelerSeniorenzentrum „Wohnen in Pastors Garten“des Stifts Tilbeck heißt es ganz klar „Ostern findet statt“. Denn Ostern sei ein Feiertag, der den Bewohnern gerade in diesen Zeiten Sicherheit und Hoffnung gebe, sagt Henrike Keim-Lügering, Leiterin der sozialen Betreuung. Um das Kontaktverbot und die damit einhergehenden Sorgen besser überstehen zu können, wird es in den vier Wohnbereichen der Einrichtung auch an den Festtagen diverse Beschäftigungsangebote geben.

Vormittags wird gesungen, gebastelt, Gymnastik gemacht, das Gedächtnis trainiert und das ein oder andere Spiel gespielt, versichert Keim-Lügering. Nachmittags könnten die 40 Senioren der Einrichtung getrennt im Garten frische Luft tanken. Und natürlich gebe es auch ein Feiertagsessen sowie Tortengenuss zum Kaffeetrinken – natürlich mit dem notwendigen Abstand zum Tischnachbarn, falls nicht auf dem Zimmer gegessen wird.

Einen eigenen Gottesdienst wird es im Roxeler Seniorenzentrum nicht geben, der könne bei Bedarf im Fernsehen verfolgt werden. Kontakte zu den Angehörigen könnten über den Messaging-Dienst Skype hergestellt werden. Seien Angehörige vor Ort, dann könne man ihnen auch übers Fenster zuwinken, so die Leiterin der sozialen Betreuung. Man sei bestrebt, den Senioren auch an den Osterfeiertagen ein möglichst gutes Tagesangebot zu bieten. Das sei notwendig, da viele die Angehörigenbesuche schmerzlich vermissten. Obendrein sei es insbesondere demenzkranken Bewohnern schwer zu vermitteln, was es mit der Corona-Krise auf sich habe. Alle Bewohner sollen auch in diesem Jahr ein Osterpräsent erhalten.

ImAlbachtenerAlwine-Lauterbach-Seniorenzen­trumder Awo wird dies nicht anders sein. Es werde Ostergeschenke für alle Bewohner geben, verrät Einrichtungsleiterin Leonore Bläsing. Auch an einem Festtagsmenü soll es den 60 Senioren nicht fehlen. Und über die Osterfeiertage werde es nun erstmals möglich sein, „Fenstergespräche“ zu führen: Nach Terminabsprache werden Fenster des Café-Raums geöffnet, durch die die Bewohner sich unter Einhaltung des notwendigen Sicherheitsabstands mit Angehörigen austauschen können. „Dann kann man sich wenigstens mal wieder sehen“, sagt Leonore Bläsing.

Einen Ostergottesdienst wird es im Awo-Seniorenzentrum nicht geben. Er kann aber im Fernsehen angeschaut werden. Wer das Haus verlassen will, kann unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen den Innenhof der Einrichtung nutzen. Außerdem bietet das Personal, das – wie überall in den Seniorenzentren – Schutzmasken trägt, betreute kontaktlose Einzelspaziergänge an. Auf diese Weise müsse sich kein Bewohner eingesperrt fühlen, sagt die Einrichtungsleiterin. Ihr Ostermenü werden die meisten der Senioren auf ihren Zimmern einnehmen. Es gebe nur einige wenige, die dies verteilt über den Speisesaal täten.

Auch im evangelischenSeniorenzentrum Meckmannshofsoll es Ostergeschenke geben: Auf alle 130 Seniorinnen und Senioren warten Schoko-Osterhasen, und jeder bekommt eine frischgeschnittene Tulpe. Auch über die Feiertage werden Betreuungsangebote stattfinden, sagt Leiterin Anja Hempel. Anders als in Roxel und Albachten wird es in der Mecklenbecker Einrichtung am Karsamstag im Sinnesgarten einen eigenen Ostergottesdienst mit Prälat Franz Jung und Gesang von Dieter Schöngart geben. Er wird in die Wohnbereiche übertragen, kann aber auch von den Senioren aus den Fenstern und Balkons verfolgt werden.

Darüber hinaus wird im Innenhof des Zentrums am Sonntag ein österliches Posaunenkonzert angeboten. Anschießend geht es weiter mit einer Hausandacht, die von Sozialarbeiterin Daniela Rohlmann gehalten wird. Und am Ostermontag wird im Innenhof ein Musikerduo der Stiftung Bürger für Münster festliche Klänge bescheren.

Das Leben wird sich auch an den Feiertagen vorwiegend in den sieben Wohnbereichen des Meckmannshofs abspielen. Die Festtagsspeisen werden die meisten der Bewohner auf ihren Zimmern zu sich nehmen. Nur wenige täten dies im Speisesaal, erläutert Anja Hempel. Dann allerdings mit dem notwendigen Abstand.

„Wir hoffen auf gutes Wetter“, sagt die Meckmannshof-Chefin. Zumal es den Senioren frei steht, sich nach Belieben im großen Sinnesgarten der Einrichtung aufzuhalten. Man sei in der „sehr charmanten Situation“ eine solch großzügige Freifläche zu haben, freut sich Hempel.

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