Feuerwehrhaus Albachten: FDP und Grüne lehnen Verwaltungsvorschlag ab
Herbe Kritik am geplanten Standort

Münster-Albachten -

Es sieht danach aus, als sollte der Albachtener Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr doch noch Chancen darauf haben, demnächst an der Dülmener Straße zu bleiben: In der Bezirksvertretung West regt sich Widerstand gegen die Verwaltungspläne, die Wehr ins Baugebiet Albachten-Ost umzusiedeln.

Donnerstag, 07.05.2020, 22:38 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 22:40 Uhr
Geht es nach dem Willen von FDP und Grünen, dann sollen Teile des alten Friedhofs an der Dülmener Straße für den Bau des neuen Albachtener Feuerwehrhauses genutzt werden.
Geht es nach dem Willen von FDP und Grünen, dann sollen Teile des alten Friedhofs an der Dülmener Straße für den Bau des neuen Albachtener Feuerwehrhauses genutzt werden. Foto: sch

Gut möglich, dass die Stadt Münster mit ihren Plänen für das neue Domizil des Albachtener Löschzugs der Freiwilligen Feuerwehr eine herbe Abfuhr kassiert. Nach dem derzeitigen Stand ist – wie berichtet – vorgesehen, die Feuerwehr auf einer rund 3500 Quadratmeter großen Fläche im Norden des künftigen Neubaugebiets Albachten-Ost nahe der Weseler Straße anzusiedeln. Doch in der Bezirksvertretung Münster-West regt sich Widerstand dagegen.

Sowohl die FDP als auch die Grünen sind mit dem Vorhaben nicht einverstanden und melden Protest an: Im Namen der FDP-Ratsfraktion haben sich der liberale Bezirksvertreter Peter Koch-Tölken und Ratsfraktions-Chef Jörg Berens kurzfristig mit Vertretern der Albachtener Feuerwehr um Löschzugführer Benedikt Holtmann zu einem Ortstermin getroffen. Danach ist für die FDP-Politiker klar: „Wir unterstützen im Rat und in der Bezirksvertretung den Wunsch der Feuerwehrkameraden, das neue Gerätehaus neben und teilweise auf dem seit Jahrzehnten nicht mehr belegten Friedhofsgelände zu errichten.“

Ihre ablehnende Haltung im Hinblick auf den von der Verwaltung ins Auge gefassten Standort im Neubaugebiet begründen die Liberalen damit, dass die Feuerwehr im Falle einer Alarmierung schnellstmöglich im Einsatz sein muss. Und das scheint am vom Löschzug favorisierten Friedhofsstandort an der Dülmener Straße wohl eher der Fall zu sein als in Albachten-Ost. „Für uns ist die rasche Erreichbarkeit des Gebäudes bei einer Alarmierung das entscheidende Kriterium“, waren sich Koch-Tölken und Berens laut einer Mitteilung beim Ortstermin mit den Vertretern der Albachtener Wehr einig.

Die Grünen sehen die Pläne der Stadtverwaltung nicht minder kritisch: Bezirksvertreterin Anke Pallas und Oberbürgermeisterkandidat Peter Todeskino hatten sich am Montag ebenfalls mit Vertretern des Löschzugs getroffen. Aus ihrer Sicht offenbart die von der Stadt vorgelegte Beschlussvorlage zum Neubau des Albachtener Feuerwehrhauses „eine mehr als mangelhafte Kommunikation der Verwaltung mit der Freiwilligen Feuerwehr“.

Darüber hinaus wird der Verdacht geäußert, dass „politische Einflüsse aus Teilen der CDU“ eine sachgerechte Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen der favorisierten Standorte verhindert hätten. „Die gesamte Standortentwicklung und die jetzige Vorlage sind alles andere als wertschätzend für die Freiwillige Feuerwehr, die im Ort eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe übernimmt“, heben Pallas und Todeskino in einer Mitteilung der Grünen hervor. Ehrenamtliches Engagement könne auf diese Weise wohl kaum gefördert werden.

Obendrein sei es schade, dass die Bereitschaft der Albachtener Wehr, sich aktiv an der Standortsuche zu beteiligen, „so wenig berücksichtigt wurde“, meinen die Grünen-Politiker. Dabei sei gerade der pietätvolle Umgang der Freiwilligen Feuerwehr Albachten mit dem sensiblen Grundstück des von ihr favorisierten Standorts auf dem längst entwidmeten alten Friedhof unter Einbeziehung positiver Stellungnahmen der Kirche vorbildlich gewesen.

Aus Sicht der Grünen steht fest, dass der Standort für das neue Feuerwehrhaus erneut auf den Prüfstand gehört. Die besseren wehrtechnischen Argumente sprächen für den Friedhofsstandort. Denn zukunftsorientierte Gefahrenabwehr, so Pallas und Todeskino, gehe allem anderen vor.

In den kommenden Tagen werden sich die politischen Gremien der Stadt Münster mit dem Thema befassen. Vorgesehen ist bislang, dass der Rat auf seiner Sitzung am Mittwoch (13. Mai) eine Entscheidung trifft.

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