Haupt- und Finanzausschuss berät über Standort für Albachtener Feuerwehrhaus
Mittwoch ist der Tag der Entscheidung

Münster-Albachten -

Heute soll die Entscheidung über den Standort des neuen Feuerwehrhaus in Albachten fallen: Neubaugebiet Albachten-Ost oderDülmener Straße im Bereich des ehemaligen Friedhofs. Bevor der Haupt- und Finanzausschuss heute ab 17 Uhr im Festsaal des Rathauses entscheidet, melden sich noch einmal verschiedene Seiten zu Wort.

Dienstag, 12.05.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 17:26 Uhr

Es bleibt spannend: Beschäftigte sich die Bezirksvertretung Münster-West in ihrer jüngsten Sitzung rund eineinhalb Stunden mit der kontrovers geführten Diskussion um den Standort für das geplante Gerätehaus für den Löschzug Albachten der Freiwilligen Feuerwehr, so soll heute die Entscheidung fallen: für das Neubaugebiet Albachten-Ost oder für die Dülmener Straße im Bereich des ehemaligen Friedhofs. Bevor der Haupt- und Finanzausschuss heute ab 17 Uhr im Festsaal des Rathauses entscheidet, melden sich noch einmal verschiedene Seiten zu Wort.

Die Rathaus-CDU spricht sich erneut für den Standort im künftigen Baugebiet Albachten-Ost nahe der Weseler Straße aus. Das schreiben die Christdemokraten in einer Mitteilung. Anders als auf dem alten Friedhof könne an dem von der Fachverwaltung vorgeschlagenen Standort das Vorhaben schneller und preisgünstiger errichtet werden.

Das Grundstück im Baugebiet Albachten-Ost gehöre der Stadt und sei seit 2015 als Ersatzstandort für das marode derzeitige Feuerwehrgerätehaus einvernehmlich von allen Beteiligten vorgesehen worden. Es werde sämtlichen Schutzerfordernissen der Bevölkerung und damit den hoheitlichen Aufgaben der städtischen Feuerwehr mit ihren freiwilligen Löschzügen vollständig gerecht. Eine Bebauung des alten Friedhofs treffe offensichtlich das Pietätsempfinden vieler Albachtener und bedeute für sie eine Störung der Totenruhe.

„Die Abwägung aller Argumente spricht für den Standort an der Weseler Straße“, so Fraktionsvorsitzender Stefan Weber. Er betonte die Wertschätzung der Freiwilligen Feuerwehr, was die CDU gerade unter erheblichem politischen Einsatz in der städtischen Wohnungspolitik zugunsten der Feuerwehrleute erneut gezeigt habe. Zuvor hatte die CDU-Ratsfraktion in ihrer Sitzung mit Vertretern der Feuerwehr und der Albachtener Bürgergemeinschaft gesprochen.

In die gleiche Kerbe schlägt die Bürgergemeinschaft (BG) „Alter Friedhof Albachten“, für die Wilhelm Lenfers spricht: „Der Standort Alter Friedhof wäre eine unsichere, länger dauernde, kostenintensivere und kleinere Lösung ohne spätere Ausbaumöglichkeit.“

Lenfers spricht in diesem Zusammenhang die aus seiner Sicht ungeklärte Frage des Erwerbs des anliegenden Privatgrundstücks und des kirchlichen Grundstücks an. Der Albachtener befürchtet zudem enorme zeitliche Verzögerungen beim Bau an der Dülmener Straße bedingt durch zu erwartende Klagen: „Diese würden die Realisierung durchaus um etliche Jahre hinauszögern.“

Lenfers Favorit ist klar das Neubaugebiet: „Im Baugebiet Albachten-Ost besteht die Möglichkeit, einen Standardbau-Entwurf zu verwirklichen, ohne eine neue mit zusätzlichen Kosten verbundene Planung.“ Die von der Stadt bereits mehrfach angewandte, bewährte Standardbauweise wäre wegen des Grundstückzuschnitts auf dem Alten Friedhof nicht realisierbar.

In diesem Zusammenhang verweist der Albachtener noch einmal auf die Argumentation des CDU-Fraktionsvorsitzenden in der BV West, Peter Wolfgarten: „Im Baugebiet Ost ist eine Option zur zukünftigen Erweiterung vorgesehen. Diese Möglichkeit besteht auf dem Alten Friedhof nicht.“

Wilhelm Lenfers führt auch ideelle Argumente ins Feld: „Mit dem alten Friedhof kann ein Stück wertvolle Ortsgeschichte und Grünfläche im Stadtteil Albachten erhalten werden ohne unnötige Versiegelung und Ausgleichsflächenregelung. Die BG hat bereits einen landschaftspflegerischen Plan für die ökologische Aufwertung des Areals vorgelegt.“

Auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Münster meldet sich zu Wort. Sie nimmt in einer Pressemitteilung zwar keine Stellung zur Standortfrage. Allerdings kritisiert sie die aus ihrer Sicht mangelhafte Bürgerbeteiligung der Stadt.

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