Diskussion ums neue Albachtener Feuerwehrhaus
Beratungsbedarf bei den Grünen

Münster-Albachten -

Manch einer in Albachten wird gespannt darauf gewartet haben, wo nach dem Willen der Kommunalpolitik das neue Feuerwehrhaus gebaut werden soll. Doch auf der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde das Thema vertagt.

Donnerstag, 14.05.2020, 21:49 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 18:56 Uhr
Akteure mit Maske: Im Namen der Albachtener Feuerwehr übergab Matthias Pape (l.) Oberbürgermeister Markus Lewe einen Aktenordner mit rund 2200 Unterschriften für den Standort Dülmener Straße.
Akteure mit Maske: Im Namen der Albachtener Feuerwehr übergab Matthias Pape (l.) Oberbürgermeister Markus Lewe einen Aktenordner mit rund 2200 Unterschriften für den Standort Dülmener Straße. Foto: sch

Wer die Diskussion um das Thema in den vergangenen Wochen mitverfolgt hat, der dürfte wohl kaum daran zweifeln: Die Frage, ob das nach Angaben der Stadt dringend benötigte neue Albachtener Feuerwehrhaus auf einer Teilfläche des alten Friedhofs an der Dülmener Straße gebaut werden darf oder ob es im geplanten Neubaugebiet Albachten-Ost angesiedelt werden muss, entzweit im Stadtteil die Bevölkerung. Es tun sich Gräben auf. Und eine Entscheidung der Politik lässt auf sich warten.

Auf Bitten der Grünen wurde die abschließende Diskussion über den künftigen Feuerwehrstandort im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend überraschend vertagt. Zumal die Grünen sich in der Bezirksvertretung (BV) West sowie in einer vorausgegangenen Pressemitteilung ihres Kreisverbands eindeutig zum Standort alter Friedhof bekannt hatten. Hintergrund sei, dass es noch Beratungsbedarf gebe, war auf Anfrage unserer Zeitung von GAL-Ratfraktionsgeschäftsführer Thomas Marczinkowski zu erfahren. Es gelte, diverse Fragen – unter anderem rechtlicher Natur – zu klären. Ziel der Grünen sei es, im Einklang mit dem Bündnispartner CDU zu einer Entscheidung zu kommen, die auf den Vorstellungen der Bezirksvertretung West fuße. Besagtes Gremium hatte sich – wie berichtet – gegen die Stimmen der CDU mehrheitlich dafür ausgesprochen, das neue Domizil des Albachtener Feuerwehr-Löschzugs auf dem entwidmeten alten Friedhof zu bauen.

Auch er sei erstaunt darüber gewesen, dass das Thema Feuerwehrhaus in der Ausschusssitzung kurzfristig gekippt worden sei, sagt SPD-Ratsherr Philipp Hagemann. Die Sozialdemokraten hatten in der BV West ebenfalls für den Friedhofsstandort votiert. Daran werde auch nicht gerüttelt: „Das ist unsere Linie, da hat sich nichts geändert. Wir unterstützen das Anliegen der Feuerwehr “, stellt Hagemann klar.

Während sich die Bürgergemeinschaft „Alter Friedhof Albachten“ nachdrücklich für den Erhalt des einstigen Bestattungsgeländes einsetzt und dessen Überbauung verhindern will, möchte es der örtliche Feuerwehr-Löschzug für die Errichtung seines neuen Gerätehauses genutzt sehen. Insbesondere deshalb, um im Falle des Falles schnellstmöglich am Einsatzort sein zu können, heißt es. Werde der Löschzug an den ungünstigeren Standort in Albachten-Ost verbannt, dann würden etliche der ehrenamtlich tätigen Wehrleute „die Brocken hinschmeißen“ – sprich dem Feuerwehrdienst den Rücken kehren – ist aus Reihen der Mitglieder zu erfahren. Die Stimmung sei aufgewühlt.

Auch innerhalb der Christdemokraten, die den Löschzug ins Neubaugebiet umsiedeln möchten, herrscht keineswegs durchgehendes Einvernehmen. So macht Albachtens CDU-Ratsherr Sven Gotthal keinen Hehl daraus, dass das Feuerwehrhaus aus seiner Sicht aufs ehemalige Friedhofsgelände gehöre: „Für mich ist Albachten-Ost keine Option. Der Löschzug muss an die Dülmener Straße.“ Nur von dort aus könne die Wehr so schnell wie möglich zu ihren Einsätzen ausrücken. „Es ist der Zeitfaktor, der entscheidet.“

Auch innerhalb der Albachtener Bevölkerung gibt es unterschiedliche Positionen: Vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses fanden sich an die 50 Mitglieder, Unterstützer und Freunde der Albachtener Feuerwehr im Rathaus ein, um Oberbürgermeister Markus Lewe rund 2200 Unterschriften für den Feuerwehr-Standort an der Dülmener Straße zu übergeben. Matthias Pape, der diese Aufgabe im Namen der Wehr übernahm, zeigte sich dabei ausgesprochen zuversichtlich: „Es wären sicher noch viel mehr Unterschriften geworden, wenn nicht der Corona-Stopp dazwischengekommen wäre.“

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