Bürgergemeinschaft „Alter Friedhof Albachten“ bezieht Stellung
Feuerwehrhaus nach Albachten-Ost

Münster-Albachten -

Der alte Friedhof an der Dülmener Straße dürfe nicht überbaut und deshalb auch nicht zum Standort des geplanten Albachtener Feuerwehrhauses werden, meint die Bürgergemeinschaft. Sie möchte den örtlichen Löschzug deshalb im Neubaugebiet angesiedelt sehen.

Donnerstag, 28.05.2020, 23:49 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 18:44 Uhr
Geht es nach den Vorstellungen der Bürgergemeinschaft, dann darf der alte Friedhof an der Dülmener Straße nicht überbaut werden.
Geht es nach den Vorstellungen der Bürgergemeinschaft, dann darf der alte Friedhof an der Dülmener Straße nicht überbaut werden.

Die Diskussion um den alten Friedhof an der Dülmener Straße und den geplanten Neubau des Albachtener Feuerwehrhauses hat im Ort in den vergangenen Monaten erheblich an Fahrt aufgenommen. Zwei Fronten haben sich gebildet: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die das Feuerwehrhaus auf einem Teilbereich des ehemaligen Friedhof-Areals bauen wollen. Auf der anderen Seite gibt es die Bürgerinitiative „Alter Friedhof Albachten“, die sich dagegen verwehrt und der Gegenseite, zu der insbesondere der örtliche Feuerwehrlöschzug zählt, das Verschweigen wichtiger Fakten vorwirft.

In einem Schreiben an unsere Zeitung verweist die Initiative darauf, dass nach wie vor unklar sei, ob die Kirchengemeinde das Friedhofsgrundstück überhaupt veräußern wolle. Und von einer möglichen Bebauung des Areals seien nicht nur die sichtbaren Gräber betroffen, sondern auch rund 823 im oberen Erdreich verbliebene Grabstätten.

„Selbst bei einer ebenerdigen Bebauung wären die Ausgrabungen wegen der nach dem Bestattungsgesetz vorgeschriebenen pietätvollen Entsorgung beziehungsweise Umbettung der dort noch vorhandenen zahlreichen Gebeine mit einem äußerst hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden“, geben die Mitglieder der Friedhofsinitiative zu bedenken. Und das mit einem Gedenkstein ausgestattete Grab der ersten vier Albachtener Weltkriegsopfer vom Juli 1940 stelle sich wegen der historischen Bedeutung als besonders schützenswert dar. Es dürfe gar nicht umgebettet werden.

Zudem wird darauf verwiesen, dass eine Überbauung des Friedhofs eine „bedenkliche Flächenversiegelung“ mit sich bringe. Eine wertvolle Grünfläche werde vernichtet. Bereits im Januar habe die Bürgergemeinschaft einen landschaftsgärtnerischen Plan für eine ökologisch wertvolle und stadtplanerisch zukunftsorientierte Gestaltung des Geländes vorgestellt.

Nach Informationen der Initiative befürworten alle städtischen Ämter sowie die Berufsfeuerwehr nach erneuten Prüfungen „voll und ganz“ den von der Stadtverwaltung ins Auge gefassten Standort im Baugebiet Albachten-Ost für die Ansiedlung des Feuerwehrhauses. Dies insbesondere im Hinblick auf schnelle Anfahrts- und Ausrückzeiten des Albachtener Löschzugs.

Auf dem alten Friedhof könne die kostenmindernde Standardbauweise für Feuerwehrhäuser nicht zum Tragen kommen. Auch könnten künftig erforderliche weitere Einsatzfahrzeuge dort nicht untergebracht werden, warnt die Initiative. Darüber hinaus hebt sie hervor, dass nur in Albachten-Ost günstige Wohnungen für Feuerwehrangehörige geschaffen und das Feuerwehrhaus bei Bedarf erweitert werden könne. Außerdem sei ein Neubau laut richterlicher Rechtsprechung in einem allgemeinen Wohngebiet nur in eng definierten Ausnahmefällen zulässig. Ein solcher Fall liege jedoch nicht vor, zumal am Standort Albachten-Ost Anwohner aufgrund ausreichender Abstandsflächen vor unzumutbaren Lärmemissionen beim Feuerwehrbetrieb geschützt würden.

Zu guter Letzt weist die Bürgergemeinschaft darauf hin, dass „über 60 Anwohner im Umfeld des Friedhofs“ angekündigt hätten, bei einer Bebauung des Grabstättenterrains vor Gericht zu ziehen: „Wegen der zu erwartenden Klagedauer könnte so wohl innerhalb der nächsten sieben bis zehn Jahre das Feuerwehrhaus auf dem Friedhof nicht errichtet werden.“ Bei objektiver und verantwortungsvoller Beurteilung könne der Albachtener Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr „nur zu dem Ergebnis gelangen, dass dem Standort Albachten-Ost eindeutig der Vorzug zu geben ist“.

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