Verwaltung schlägt Neubaugebiet Albachten-Ost als Feuerwehr-Standort vor
Friedhof ist nicht entwidmet

Münster-Albachten -

Feuerwehr-Dezernent Wolfgang Heuer hat sich in die Diskussion um das Gerätehaus eingeschaltet. Die Verwaltung spricht sich für ein neues Feuerwehrhaus an der Weseler Straße aus, lautet die Botschaft.

Freitag, 19.06.2020, 22:54 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 23:00 Uhr

In Albachten scheint es offenbar auf ein Feuerwehrhaus im Neubaugebiet hin­auszulaufen. In die Ausein­andersetzung um den künftigen Standort hat sich jetzt auch der für die Feuerwehr zuständige Dezernent Wolfgang Heuer eingeschaltet. Die Verwaltung spreche sich für ein neues Feuerwehrhaus an der Weseler Straße aus, lautet die Botschaft.

„Rein einsatztaktisch sprechen wir über zwei gute Standortoptionen für das dringend neu zu bauende Feuerwehrhaus in Albachten. Nehmen wir weitere wichtige Rahmenbedingungen hinzu, ist als Standort das Neubaugebiet zu empfehlen“, erläutert der Dezernent in einer Pressemitteilung.

„Die Festlegung eines guten Feuerwehrstandortes muss eine Vielzahl an Kriterien berücksichtigen, sie bezieht immer auch die Argumente des örtlichen Löschzuges mit ein und mündet am Ende häufig in einer Art Kompromiss“, so Heuer weiter.

Unter rein einsatztaktischen Gesichtspunkten seien beide Standorte sehr ähnlich: Zwar befinde sich der Standort Alter Friedhof etwas zentraler in der alten Wohnbebauung des Stadtteiles. „Aber beide Standorte liegen verkehrlich gut an derselben Hauptverkehrsachse und sind daher für die rasche An- und Abfahrt der Feuerwehrleute geeignet. Mit beiden Standorten ist die Einhaltung der Hilfsfristen und damit die Gewährleistung der Sicherheit gegeben“, stellt Heuer fest.

Größere Unterschiede treten nach Auffassung des Feuerwehr-Dezernenten bei anderen Aspekten zutage: So weise der Standort im Neubaugebiet nicht nur eine ausreichend bebaubare Fläche und einen passenden Zuschnitt auf. Der Bau des Feuerwehrhauses auf dem städtischen Areal sei zudem im vorliegenden Bebauungsplanentwurf bereits vorgesehen, das Baurecht daher konfliktfrei und rasch machbar.

Demgegenüber erkennt Heuer auf dem Friedhofsgrundstück echte Hürden: Nicht nur sei der im kirchlichen Eigentum befindliche und bislang nicht entwidmete Friedhof für sich allein genommen zu klein für das neue Feuerwehrhaus: „Hier müsste erst einmal in der Nachbarschaft zugekauft werden“, wird Heuer in der Pressemitteilung zitiert.

Als zweiten Aspekt führt Heuer an, dass das städtische Friedhofsamt darüber hin­aus eine Pietätsfrist von einer Generation nach Ende der Ruhezeit im Jahr 2016 als angemessen ansehe. Heuer stellt klar: „Die Rücksicht auf die Gefühle der noch lebenden Angehörigen darf in der Entscheidung nicht außer Betracht bleiben.“ Zudem erwarte die Stadt deutliche Konflikte mit den Anliegern in den benachbarten Wohnhäusern.

Heuer weist noch einmal auf die Dringlichkeit des Neubaus hin: „Wir müssen alles dafür tun, dass wir so schnell wie möglich ein neues Feuerwehrhaus realisieren. Die Zustände im alten Gebäude sind nicht mehr hinnehmbar.“

Im Fazit der Abwägung empfiehlt die Verwaltung daher dem Rat der Stadt als Standort für das neue Feuerwehrhaus das städtische Grundstück an der Weseler Straße im Neubaugebiet, heißt es in der Mitteilung des Dezernenten abschließend.

Auch die Bürgergemeinschaft Alter Friedhof Albachten hat sich aktuell noch einmal zu Wort gemeldet. Auch sie weist darauf hin, dass der Alte Friedhof Albachten nicht entwidmet ist, wie sie auf Nachfrage beim Generalvikariat und der Bezirksregierung Münster in Erfahrung gebracht habe, berichtet sie in einer Pressemitteilung.

Denn mit dem Beschluss der zuständigen Kirchengemeinde St. Ludgerus Albachten im Jahr 1990 sei lediglich die in der Friedhofssatzung aufgeführte „Außerdienststellung“ erfolgt, der zufolge keine Beerdigungen mehr stattfinden, erläutert die Bürgermeinschaft weiter.

Rechtlich habe das zur Folge, dass ein als Friedhof gewidmetes Gelände ausschließlich Gegenstand der dem Totengedächtnis dienenden Religionsausübung sei. Eine Entwidmung des Alten Friedhofs sei nicht zulässig, so lange sich dort Kriegsgräber mit dem ewigen Ruherecht befänden.

Kein Verständnis, heißt es in der Mitteilung weiter, habe die Bürgergemeinschaft dafür, „dass die Kirchenleitung St. Liudger es bis dato unterlassen hat, die Öffentlichkeit von der nicht gegebenen Entwidmung zu unterrichten“.

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