Rat spricht sich für Bau des Albachtener Gerätehauses auf Friedhofsareal aus
Feuerwehr an die Dülmener Straße

Münster-Albachten -

Die Entscheidung ist gefallen: Der Rat der Stadt Münster will das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Albachten mitten im Ort ansiedeln. Er spricht sich damit gegen den von der CDU und der Verwaltung favorisierten Standort im künftigen Baugebiet Albachten-Ost aus.

Mittwoch, 24.06.2020, 23:33 Uhr
Etliche Albachtener – Jung und Alt – fanden sich zur Kundgebung der
Etliche Albachtener – Jung und Alt – fanden sich zur Kundgebung der Feuerwehrfreunde an der Halle Münsterland ein. Foto: sch

Als die acht Trecker mit ihren Anhängern und Transparenten hupend vor der Halle anrückten, gab es lautstarken Beifall: Rund 250 Teilnehmer hatten sich zur Kundgebung der Albachtener Feuerwehrfreunde an der Halle Münsterland eingefunden, um mit Nachdruck darauf aufmerksam zu machen, dass sich ein Großteil der Albachtener Bürgerinnen und Bürger dafür stark macht, das geplante neue Feuerwehrhaus auf dem alten Friedhof an der Dülmener Straße zu errichten. Der Rat der Stadt Münster schenkte ihnen bei seiner Sitzung am späten Abend mit den Stimmen von SPD, Grünen, FPD und AFD Gehör.

Per gesponsertem Gratisbus, per Pkw oder vielfach auch per Leeze waren die Albachtener zur Kundgebung gekommen. Es ging darum, den Politikern von Rat und Hauptausschuss bei ihren Sitzungen in der Halle zu demonstrieren, dass viele Albachtener hinter dem Anliegen der örtlichen Feuerwehr stehen, das Gerätehaus des Löschzugs nicht im Baugebiet Albachten-Ost sondern auf dem zentralen Friedhofsareal zu errichten: Dem sollte bei der Abstimmung über den Standort des Neubaus Rechnung getragen werden. Beim Gang in die Halle wurden die Politiker mit entsprechenden Transparenten begrüßt.

„Wir möchten ein neues modernes Feuerwehrhaus mitten im Ort an der Dülmener Straße haben“, hob Matthias Pape hervor. Als Sprecher der Feuerwehrfreunde hielt er die Kundgebungsrede. Das neue Gebäude solle zentral im Ort liegen, „damit uns unsere Retter schnell, sicher und gut retten und schützen können, ohne erst durchs ganze Dorf und über Kreuzungen und Kreisel fahren zu müssen“. Das alte Gerätehaus sei in die Jahre gekommen, Albachten brauche dringend ein neues – „eines, das da steht, wo die Wehr es hinhaben möchte und nicht dahin, wo die politischen Strippenzieher es sich wünschen“, sprach Pape unter großem Applaus ins Mikrofon. In Albachten sei die erwiesene Mehrheit für den Standort Dülmener Straße. Niemand wolle die Gräber auf dem alten Friedhof entweihen, zumal es im Hinblick auf den Neubau des Feuerwehrhauses nur um einen kleinen Teil des Terrains mit lediglich vier Gräbern und einer geradezu tränenreich reaktivierten Gedenkplatte gehe.

Den zahlreichen Teilnehmern der Kundgebung sprach Pape aus dem Herzen. So auch Heike Stürwald, die sich eigens frei genommen hatte, um zusammen mit acht Nachbarn dabei zu sein: Für Albachtens Zukunft und spätere Generationen sei es wichtig, dass das neue Feuerwehrhaus auf dem zentral gelegenen Friedhofsgrundstück gebaut werde. Der Rat der Stadt Münster solle dem mehrheitlichen Wunsch der Bürger entsprechen, wünscht sich die Albachtenerin. Die vielen Stimmen der Bürgerschaft müssten Gehör finden und der Feuerwehr ermöglicht werden, den besten Standort für ihr Gerätehaus zu bekommen. Schon zweimal habe der Albachtener Löschzug ihr bei Bränden durch schnelles Anrücken Hilfe geleistet. Dafür gebühre den Ehrenamtlichen Dank.

So sieht es auch Sven Gotthal: Albachtens CDU-Ratsherr macht keinen Hehl daraus, dass er das Anliegen der Feuerwehr unterstützt und damit nicht auf Fraktionslinie liegt. Das brachte er in der Sitzung auch deutlich zum Ausdruck. Zudem wies er darauf hin, dass innerhalb von nur einer Wocche in Albachten mehr als 2000 Unterschriften für den Friedhofsstandort zusammengekommen seien. Das spreche eine klare Sprache.

Rund eine Stunde lang wurde zu vorgerückter Stunde heftig diskutiert, bis die Ratsmitglieder sich mehrheitlich für das Anliegen der Feuerwehr aussprachen. Dass die Grünen damit klar gegen ihren Bündnispartner CDU votierten, dürfte manchen Beobachter sicherlich verwundert haben.

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