Dorothee Feller zeigt sich nach Ratsbeschluss überrascht
Feuerwehrhaus: Regierungspräsidentin wundert sich

Münster-Albachten -

Wer dachte, nach dem erfolgten Ratsbeschluss für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an der Dülmener Straße in Albachten sei die Standort-Diskussion beendet, der irrt: Nun schaltet sich Regierungspräsidentin Dorothee Feller in die Diskussion ein.

Montag, 29.06.2020, 17:46 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 19:49 Uhr
Die Kriegsgräber in Albachten.
Die Kriegsgräber in Albachten. Foto: PD

Gegenüber der Stadt bringt Dorothee Feller , die als Regierungspräsidentin auch Bezirksvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, ihre Überraschung in einer Pressemitteilung zum Ausdruck, „dass der Rat der Stadt Münster einen Beschluss fasst, der in seiner Umsetzung die Beseitigung von Kriegsgräbern zur Folge hat; und dies inmitten einer Zeit, in der wir als Gesellschaft des 75-jährigen Endes der Gewalt- und Schreckensherrschaft im Zweiten Weltkrieg gedenken“.

Zum Hintergrund: Eine Entwidmung des Friedhofs ist bekanntlich bislang nicht erfolgt. Da sich auf dem Friedhof elf Kriegsgräber befinden, sind laut Bezirksregierung für eine Entwidmung die Vorschriften des Gesetzes über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) zu beachten. Das regelt: Kriegsgräber bleiben grundsätzlich bestehen, Ausnahmen sind nur unter engen Voraussetzungen möglich. Und: Dem müsste die Bezirksregierung als zuständige Landesbehörde zustimmen.

Unabhängig von den rechtlichen Voraussetzungen weist die Regierungspräsidentin auf die enorme gesellschaftliche Bedeutung der Gedenk- und Erinnerungskultur hin: „Es ist gerade die Erinnerung an die unzähligen Opfer und gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, die uns regelmäßig ermahnt und uns zugleich achtsam sein lässt, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Kriegsgräber dienen damit nicht nur dem Gedenken für die Hinterbliebenen; sie sind ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen Präventionsarbeit“, so Dorothee Feller.

Sie rege an, diese Aspekte auch vor dem Hintergrund bestehender Alternativen für den Standort des Feuerwehrgerätehauses stärker in den Fokus zu nehmen, so die Regierungspräsidentin. Sie stehe für Gespräche zur Verfügung.

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