Albachtener Andreas Janning ist Experte in Sachen „Medienrecht“
Mit Stolpersteinen kennt er sich aus

Münster-Albachten -

Er kennt sich in der Materie aus: Seit 35 Jahren vermittelt Andreas Janning als Hochschullehrer angehenden Journalisten wichtige Infos für ihren künftigen Beruf.

Montag, 03.08.2020, 23:01 Uhr
 Auf ein besonderes Jubiläum blickt in diesem Jahr Andreas Janning zurück. Vor 35 Jahren, im Sommersemester 1985, übernahm der Jurist und Journalist aus Münster-Albachten an der Universität Münster seinen ersten Lehrauftrag.
 Auf ein besonderes Jubiläum blickt in diesem Jahr Andreas Janning zurück. Vor 35 Jahren, im Sommersemester 1985, übernahm der Jurist und Journalist aus Münster-Albachten an der Universität Münster seinen ersten Lehrauftrag. Foto: NN

Geht es ums Thema „Medienrecht“, dann kennt sich ein Albachtener ganz besonders gut aus: Andreas Janning . Bereits seit 35 Jahren widmet sich der Jurist und Journalist als Hochschullehrer diesem Metier. Vor 35 Jahren, im Sommersemester 1985, übernahm er an der Universität Münster seinen ersten Lehrauftrag. „Das Wissen um juristische Stolpersteine ist für angehende Journalisten nach wie vor wichtig“, lautet Jannings Bilanz.

In bislang über 30 Seminaren vermittelte der Albachtener Studierenden der Kommunikationswissenschaft grundlegende Kenntnisse im Medienrecht. Dabei legt der ehemalige WDR-Redakteur nach eigenem Bekunden stets besonderen Wert auf den Praxisbezug. Deshalb gab und gibt es immer wieder Beispiele – auch aus Münster – die Janning in seinen Seminaren zur Sprache bringt. Beispielsweise begann im März 2007 vor dem münsterischen Landgericht der Prozess um die Misshandlung von Bundeswehrrekruten in einer Coesfelder Kaserne. Der Vorsitzende Richter begrenzte dabei die Möglichkeiten für Fernsehaufnahmen so stark, dass das ZDF dagegen vor das Bundesverfassungsgericht zog – und Recht bekam.

Im Juli 2004 erreichte der gleiche Sender vor dem Oberlandesgericht in Hamm, dass er heimlich aufgenommene Bilder aus einem Tierversuchslabor in Münster ausstrahlen durfte.

„Zu den Besonderheiten bei der Lösung solcher medienrechtlichen Fälle gehört, dass es kein zusammenhängendes Medienrechtsgesetz gibt. Die einschlägigen Vorschriften sind über zahlreiche Bundes- und Landesgesetze verstreut“, erläutert Andreas Janning: „Manchmal gibt es auch nur die langjährige Rechtsprechung.“

Um einen Eindruck aus der Praxis zu bekommen, gehören auch Besuche bei Prozessen vor dem Landgericht sowie im münsterischen WDR-Studio zum festen Bestandteil des Seminarprogramms. „Im Laufe der Jahre zeigte sich, dass bestimmte zeitgeschichtliche Ereignisse, wie etwa das Gladbecker Geiseldrama von 1988, bei den jungen Studierenden nicht mehr bekannt sind – und deshalb vor der Diskussion über medienrechtliche Fragen per Film erklärt werden mussten“, berichtet Janning.

Auch durch eine Studienreform habe es im Laufe der Jahre erhebliche Änderungen gegeben: So führte das Institut für Kommunikationswissenschaft, das im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte, ab 2006 Bachelor- und Masterstudiengänge ein. Seitdem konnten auch Studienanfänger die Veranstaltung besuchen.

Gelegentlich nahmen internationale Studierende an Andreas Jannings medienrechtlichem Seminar teil – so etwa aus China, Mexiko, Kenia und Jordanien. Und auch kleine dramatische Momente fehlten im Uni-Alltag nicht: Eine Studentin sei ganz aufgelöst gewesen, weil sie vor lauter Aufregung über ihr bevorstehendes Referat ihren Laptop für die digitale Präsentation im Zug vergessen hatte, erinnert sich der Albachtener Hochschulreferent. Dennoch lief alles glatt: „Ihr Referat wurde trotzdem ein voller Erfolg – mit Hilfe der geretteten analogen Karteikarten.“

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