Stellungnahme zum SPD-Antrag zur Förderung der Elektromobilität in Albachten
Stadt arbeitet an Strategiekonzept

Münster-Albachten -

Darüber, wie das Thema Elektromobilität auf dem münsterischen Stadtgebiet strukturiert und ganzheitlich bearbeitet werden kann, machen sich Fachleute der Stadt Gedanken.

Freitag, 09.10.2020, 22:56 Uhr
Elektroauto an der Ladestation: Albachtens SPD hatte sich dafür stark gemacht, im münsterischen Stadtteil möglichst bald Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum zu schaffen.
Elektroauto an der Ladestation: Albachtens SPD hatte sich dafür stark gemacht, im münsterischen Stadtteil möglichst bald Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum zu schaffen. Foto: dpa

Das Thema Elektromobilität ist derzeit in aller Munde. Das hatte – wie berichtet – bereits vor geraumer Zeit dazu geführt, dass sich Albachtens SPD bei der Stadt dafür stark gemacht hatte, im Heimatstadtteil an allgemein zugänglichen Orten möglichst bald öffentlich und privat betriebene E-Ladestationen einzurichten und diese Fahrern elektrisch betriebener Fahrzeuge – Autos, E-Bikes, Pedelecs und E-Scooter – zugänglich zu machen. Darauf hat es nun vom Amt für Mobilität und Tiefbau eine Antwort gegeben: Die Stadt befasst sich mit der Forderung, hat aber auch Bedenken.

„Ein langfristiges Strategiekonzept, wie das Thema Elektromobilität auf dem münsterischen Stadtgebiet strukturiert und ganzheitlich bearbeitet werden kann, befindet sich aktuell in Bearbeitung“, heißt es im Schreiben des Amts an die Bezirksvertretung Münster-West. Darin wird aber auch zum Ausdruck gebracht, dass die Fachleute der Stadt skeptisch sind, ob es aktuell Sinn macht, im öffentlichen Raum verstärkt für Lademöglichkeiten zu sorgen: Anders als Verbrenner-Fahrzeuge würden E-Autos zumeist während des Parkvorgangs auf dem eigenen Grundstück oder am Arbeitsplatz aufgeladen. „60 bis 85 Prozent der Ladevorgänge finden aktuell im privaten Raum statt“, stellen die städtischen Experten klar.

Auch die Nutzer elektrisch betriebener Zweiräder nähmen das Aufladen ihrer Akkus meist in der eigenen Garage oder an Haushaltssteckdosen vor. Die Stromspeicher seien meist einfach und flexibel vom Gefährt zu lösen und gut zu transportieren. Speziell für kurze Fahrten zu Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie örtliche Sportanlagen, Supermärkte, Banken und Mobilstationen seien die Reichweiten ausreichend, um mehrfach hin- und herzufahren, ohne auf Ladeinfrastruktur angewiesen zu sein. Darüber hinaus benötigten verschiedene Akkus unterschiedliche Stecker, was das Laden bei der Vielzahl der Modelle im öffentlichen Raum verkompliziere.

Aus den genannten Gründen sei eine externe Lade­infrastruktur – zumindest für Verkehrsmittel wie E-Bikes, Pedelecs und E-Scooter in der Praxis lediglich von sehr geringer Bedeutung. Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass Ladestationen, wie sie den Albachtener Sozialdemokraten im Heimatort vorschwebten, nur sehr selten genutzt würden. Auch in Münster gebe es an mehreren stellen Beispiele für diese Entwicklung. „Lediglich auf längeren, meist touristisch motivierten Fahrten beziehungsweise Radtouren, sind E-Bike-Ladestationen an Hotel- und Gastronomiebetrieben außerhalb des eigenen Haushalts aus Nutzersicht sinnvoll und notwendig“, so das Amt für Mobilität und Tiefbau.

Das derzeit in Arbeit befindliche langfristige Strategiekonzept zum Thema Elektromobilität werde im Zusammenhang mit dem Masterplan „Mobilität Münster 2035+“ erstellt und in Teilen zeitnah umgesetzt, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Einzelne Bausteine, wie die Installation von Ladepunkten für Elektroautos im öffentlichen Raum auf der einen Seite oder die Förderung privater Ladesäuleninfrastruktur auf der anderen Seite sollen die Verbreitung von Elektromobilität über verschiedene Ansatzpunkte vorantreiben: „Dabei richtet sich der Blick stets auf eine ganzheitliche Förderung der Elektromobilität in Bezug auf alle elektrischen Mobilitätsträger – in der Innenstadt wie in den Außenstadtteilen.“

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