Katholische Pfarrei St. Liudger
Die vielen Wechsel bereiten Sorgen

In der Pfarrei St. Liudger gibt es Gemeindemitglieder, die im Hinblick auf einen langen Verbleib ihrer Geistlichen Kontinuität vermissen. Zumal Pfarrer Timo Weissenberg zum Jahresende die Pfarrei verlässt.

Dienstag, 20.10.2020, 23:55 Uhr
In der katholischen Großpfarrei St. Liudger – hier ein Blick auf die Pfarrkirche St. Pantaleon in Roxel – sind derzeit mit Timo Weissenberg, Cyrus van Vught, Cornelius Happel und Thomas Laufmöller vier Geistliche als Seelsorger tätig. Weissenberg wird die Pfarrei zum Jahresende verlassen.
In der katholischen Großpfarrei St. Liudger – hier ein Blick auf die Pfarrkirche St. Pantaleon in Roxel – sind derzeit mit Timo Weissenberg, Cyrus van Vught, Cornelius Happel und Thomas Laufmöller vier Geistliche als Seelsorger tätig. Weissenberg wird die Pfarrei zum Jahresende verlassen. Foto: sch

Münster-WestEsgibt Mitglieder der katholischen Pfarrei St. Liudger, die offenbar irritiert darüber sind, dass es zum Jahreswechsel wieder einen personellen Wechsel geben wird. Pfarrer Dr. Timo Weissenberg wird die Pfarrei – wie bereits berichtet – Anfang 2021 verlassen und ins Bistum Köln wechseln. Das enttäuscht einige ältere Katholiken aus den Pfarreigemeinden, die sich mit Worten des Bedauerns an unsere Redaktion wandten: Vermisst wird insbesondere jahrelange Kontinuität bei den Gemeindehirten.

Von Pfarreimitgliedern aus Mecklenbeck und Albachten heißt es, dass es schade sei, dass nach dem Ausscheiden des leitenden Pfarrers Dr. Christian Schmitt Mitte 2018 nun auch Timo Weißenberg, ebenfalls leitender Geistlicher, Münster den Rücken kehrt. Es sei bedauerlich, dass es – wie in früheren Zeiten – keinen Pfarrer mehr gebe, der ein Jahrzehnt oder auch noch länger als fester geistlicher Ansprechpartner in seiner Gemeinde bleibe.

Und warum es keinen Pfarrer mehr gebe, der vor Ort in Albachten oder Mecklenbeck wohne, wollen Pfarreimitglieder wissen. Zumal man in der Aaseestadt mit Pastor Thomas Laufmöller doch einen Geistlichen habe, der dort seit anderthalb Jahrzehnten die St.-Stephanus-Gemeinde betreue.

Darüber hinaus taucht die Frage auf, ob die Pfarrer-Wechsel damit zusammenhängen, dass die derzeitigen (und früheren) Geistlichen der Pfarrei seit einigen Jahren stets der Gemeinschaft Emmanuel angehören und sich dieser mehr verpflichtet fühlen als der Pfarrei.

Bei einem Gespräch mit unserer Zeitung gaben Pfarreiratsvorsitzende Caroline von Ketteler, Pastor Cyrus van Vught, Pastoralreferent Hendrik Werbick und Pfarrsekretärin Sylvia van Schelve Antwort auf die Fragen: Wenn Geistliche eine Gemeinde verließen, so bedeute dies nicht, dass sie dort unzufrieden seien. Vielmehr sei es so, dass der Bischof als Dienstherr ihnen dann neue Aufgaben zugeordnet habe, sagt Caroline von Ketteler. Die Zeiten, in denen Priester über viele Jahre in einer Gemeinde blieben, gebe es in der Regel nicht mehr. Viele Geistliche wollten dies auch gar nicht. Und mit den Pastoralreferenten Magdalena Trifunovic (Albachten) und Hendrick Werbick (Mecklenbeck) gebe es direkte Ansprechpartner in den beiden Gemeinden, in denen kein Pfarrer mehr wohne.

Dass die Emmanuel-Geistlichen der Pfarrei St. Liudger seit etlichen Jahren stets im Roxeler Pfarrhaus wohnen – derzeit sind dies Pfarrer Weissenberg und Pastor Cyrus van Vught – habe damit zu tun, dass man in der Gemeinschaft Kraft tanke, sagt van Vught. Der Pastor aus den Niederlanden kam Ende 2018 in die Pfarrei. Für ihn bedeute das aus seiner Sicht wichtige Zusammenwohnen mit Priestern der Gemeinschaft Emmanuel, dass er bei der Erfüllung seiner Aufgaben wesentlich stärker sein könne. Das Miteinander gebe allen die notwendige Kraft. Die international tätige Gemeinschaft Emmanuel – der übrigens die Bischöfe in Münster, Nürnberg, München und Köln die Leitung von Pfarreien anvertraut haben – sei seine geistliche Heimat, unterstreicht der Niederländer.

Laut Caroline von Ketteler profitiert die Pfarrei St. Liudger vom Engagement der Priester aus der Gemeinschaft. Aus ihrer Sicht habe man durchweg gute Erfahrungen gemacht, so die Pfarreiratsvorsitzende. Und im Hinblick auf Ansprechpartner sei es so, dass die Pfarrei neben den Pastoralreferenten ganz bewusst in allen vier Gemeinden Pfarrbüros unterhalte.

Laut Pastoralreferent Hendrik Werbick, seit zwölf Jahren in Mecklenbeck tätig, sind personelle Wechsel von Geistlichen aus dem Seelsorgeteam längst Normalität. Kapläne, die nun mal in der Ausbildung seien, blieben in der Regel für vier Jahre. Pfarrer und Pastoren gingen oft nach einiger Zeit, weil der Bischof als Dienstherr, „das große Ganze im Blick haben“ müsse. Die Pfarrei St. Liudger werde nach dem Ausscheiden Timo Weissenbergs, der in Köln ein pastorales Projekt der Gemeinschaft Emmanuel unterstützen soll, einen neuen leitenden Pfarrer bekommen. Allerdings nicht sofort. Mit einer Vakanz sei zu rechnen.

Voraussichtlich verabschiedet werden soll Pfarrer Timo Weissenberg in den Gottesdiensten am 2. und 3. Januar kommenden Jahres.

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