Plattdeutsche Spielgemeinschaft „Lach män lück!“
Kein Mundarttheater in Albachten

Münster-Albachten -

Erstmals seit 1979 sagt die Albachtener Laienspielschar in einem Jahr sämtliche Aufführungen ab. Corona macht dem Ensemble einen Strich durch die Rechnung.

Donnerstag, 22.10.2020, 23:29 Uhr
Da war die Welt noch in Ordnung: „Trudes Bude“ hieß das Stück, das die Albachtener Laienspielschar zur Jahreswende 2019/20 auf die Bühne brachte. Coronabedingt wird es jedoch bis auf Weiteres keine Aufführungen des Ensembles geben.
Da war die Welt noch in Ordnung: „Trudes Bude“ hieß das Stück, das die Albachtener Laienspielschar zur Jahreswende 2019/20 auf die Bühne brachte. Coronabedingt wird es jedoch bis auf Weiteres keine Aufführungen des Ensembles geben. Foto: sn

Freunde des kernigen Mundarttheaters kommen in Albachten diesmal zur Jahreswende nicht auf ihre Kosten: Die plattdeutsche Spielgemeinschaft „Lach män lück!“ zieht coronabedingt die Notbremse. Der traditionelle Vorstellungsreigen, mit dem die Albachtener Laienschauspieler stets das neue Jahr begrüßen, fällt ersatzlos aus.

Eigentlich hätten die Akteure auch in diesem August ihre Proben für die zum Jahreswechsel 2020/21 anstehenden Aufführungen aufnehmen sollen. Doch darauf wurde laut Spielleiterin Maria Wieneke aufgrund der Covid-19-Pandemie verzichtet. Sowohl die gemeinsamen Proben als auch das Anfertigen der benötigten Bühnenrequisiten seien nicht in Angriff genommen worden: „Wir haben alles gestrichen.“

Auch die Durchführung der Theatervorstellungen unter coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen mit einem deutlich dezimierten Publikum werde vom plattdeutschen Theaterensemble nicht in Erwägung gezogen, erläutert Maria Wieneke. Dafür sei das „Haus der Begegnung“ ihrer Ansicht nach auch nicht geeignet. Die Aufführungen und nicht zuletzt auch die Akteure lebten von der tollen Stimmung, für die das Publikum im vollbesetzten Saal sorge. Zudem könne den Besuchern in der Pause der Gang zur Theke wohl nicht ermöglich werden, bedauert die Spielleiterin.

Darüber hinaus sei es möglich, dass beim Inkrafttreten weiterer pandemiebedingter und verschärfter Einschränkungen überhaupt nicht gespielt werden dürfe. In einem solchen Fall wären dann das Einstudieren des Stücks und auch die Sorge um die Bühnenausstattungen schlichtweg vergebens gewesen, meint Maria Wieneke. Ob das Plattdeutsche Theaterstück, das sie für die ausfallenden Aufführungen vorgesehen hatte, bei einem möglichen Neustart zur Jahreswende 2021/22 aufgeführt werden kann, vermag die Spielleiterin nicht zu sagen. Das hänge nicht zuletzt auch davon ab, welche Akteure dann auf der Bühne mit von der Partie sein könnten.

In die Chronik der plattdeutschen Spielgemeinschaft „Lach män lück!“ wird das Corona-Jahr 2020 auf jeden Fall eingehen: Erstmals seit der Premierenaufführung im Jahre 1979 fällt das traditionelle Mundarttheater in Albachten aus. Aus Sicht der Akteure allerdings aus gutem Grund: „Das ist uns zu riskant. Wir wollen niemanden in Gefahr bringen!“, unterstreicht Maria Wienke.

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