Bahnhof Albachten: SPD kritisiert Fahrplanausdünnung
„Der Bus ist zur Bahn keine Alternative“

Münster-Albachten -

Albachtens SPD ist mit dem Zugfahrplan, der ab Mitte Dezember am örtlichen Schienenhaltepunkt in Kraft treten soll, keineswegs zufrieden: Es gibt herbe Kritik.

Freitag, 23.10.2020, 23:01 Uhr
Schon seit etlichen Jahren setzen sich Mitglieder der Albachtener SPD für bessere Zugverbindungen am heimischen Bahnhof ein.
Schon seit etlichen Jahren setzen sich Mitglieder der Albachtener SPD für bessere Zugverbindungen am heimischen Bahnhof ein.

Zum Fahrplanwechsel 2019/2020 im Dezember vergangenen Jahres gab es eine heftig gescholtene Ausdünnung der Zughalte in Albachten. Anstatt einer vielfach geforderten Verdichtung zum nächsten Fahrplanwechsel soll nun jedoch zum 13. Dezember eine weitere Ausdünnung des Fahrplans erfolgen. Das wird von der Albachtener SPD kritisiert.

Fortan fallen die Züge in Richtung Münster um 10.46, 18.46 und 20.41 Uhr weg, in Richtung Recklinghausen der Zug um 20.13 Uhr. „Die Wiederaufnahme der schon früher vorhandenen Halte um 15.43 Uhr in Richtung Münster und 16.13 Uhr in Richtung Recklinghausen sind da kein Ersatz für die Ausdünnung des letzten Jahres“, meldet sich die SPD in einer Pressemitteilung zu Wort. Man setze sich seit vielen Jahren für den Albachtener Bahnhof ein, müsse jedoch erkennen, dass der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Wettbewerb mit dem Fernverkehr derzeit „den Kürzeren zieht“.

Hintergrund sei unter anderem das Auslaufen von Rahmenverträgen, die bislang den SPNV schützten. Nachfolgeregelungen seien nicht getroffen worden. „Erneut ausbaden müssen es nun die Fahrgäste des Haltepunkts Albachten, immerhin ein Stadtteil der 310 000-Einwohner-Stadt Münster“, sagt SPD-Ortsvereins-Chefin Ulrike Czerny-Domnick. „Der Bus ist zur Bahn keine Alternative, benötigt er doch auf der viel befahrenen Weseler Straße zirka 30 Minuten, die Bahn jedoch lediglich sechs Minuten.“

Ausdrücklich begrüßt und unterstützt wird von der SPD die Initiative verschiedener Verkehrsverbände, die in einer Resolution zu den Trassenkonflikten die DB Netz AG auffordern, den nach dem Eisenbahnregulierungsgesetz bereits zulässigen Vorrang des SPNV in ihre Schienennetznutzungsbedingungen aufzunehmen. Darüber hinaus fordern die Verkehrsverbände den Bund, das Land NRW sowie die DB Netz AG dringend auf, den nötigen Infrastrukturausbau voranzutreiben: „Auch dem Stellenwert des SPNV muss durch eine gesetzliche Absicherung Rechnung getragen werden.“

Mit dem für Münster zuständigen Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) habe man in der Vergangenheit diverse Gespräche zu der komplizierten Thematik geführt“, so SPD-Ratsfrau Ute Hagemann: „Wir sind dankbar, dass der NWL die Resolution zur Trassenvergabe und zum Ausbau der Bahnstrecken mitverabschiedet hat.“

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