Bahnhof Albachten: SPD schreibt Konzernbevollmächtigtem der Deutschen Bahn
Rückkehr zum Halbstundentakt gefordert

Münster-Albachten -

Albachtens Sozialdemokraten lassen nicht locker: Der SPD-Ortsverein macht sich auch weiterhin dafür stark, dass das Nahverkehrsangebot am Albachtener Schienenhaltepunkt nachhaltig verbessert wird.

Dienstag, 17.11.2020, 23:57 Uhr
Blick auf den Albachtener Bahnhof: Die örtliche SPD setzt sich dafür ein, dass am Schienenhaltepunkt möglichst bald wieder der Halbstundentakt eingeführt wird.Foto: spe
Blick auf den Albachtener Bahnhof: Die örtliche SPD setzt sich dafür ein, dass am Schienenhaltepunkt möglichst bald wieder der Halbstundentakt eingeführt wird.Foto: spe

Im Hinblick auf ein ausreichendes schienengebundenes Nahverkehrsangebot am Albachtener Bahnhof bleibt der SPD-Ortsverein weiterhin am Ball: Die Sozialdemokraten wollen die fortschreitenden trassenbedingten Fahrplanausdünnungen nicht weiter hinnehmen. Sie sprechen sich nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund einer – wie berichtet – Anfang des Jahres durchgeführten Unterschriftenaktion für die möglichst baldige Wiedereinführung des Halbstundentakts aus. Dem für NRW zuständigen Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn , Werner Lübberink, hat der Ortsverein deshalb einen Protestbrief geschrieben.

In dem Schreiben weist Ratsfrau Ute Hagemann mehr oder minder deutlich darauf hin, dass ein funktionierender Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für Albachten von ganz besonderer Bedeutung sei: Der münsterische Stadtteil verzeichne ein rasantes Wachstum. Er werde in den kommenden Jahren von derzeit rund 6700 auf 10 000 Einwohner anwachsen. Eine regelmäßige Nahverkehrsverbindung nach Münster sowie ins Ruhrgebiet werde von vielen Berufstätigen sowie Schülerinnen und Schülern stark genutzt. Zumal die bestehende Busverbindung in die münsterische City aufgrund ihrer langen Fahrtdauer keine Alternative zum Nahverkehrszug sei, der lediglich knapp sieben Minuten für die Strecke brauche.

Bereits nach der Ausdünnung der Zughalte mit dem Fahrplanwechsel am örtlichen Schienenhaltepunkt im Dezember 2019 hätten sich etliche Albachtenerinnen und Albachtener an die SPD gewandt, um ihren Unmut darüber kund zu tun. In vielen Fällen müsse statt der Fahrt mit der Bahn wieder auf den eigenen Pkw zurückgegriffen werden, schreibt Ute Hagemann dem DB-Konzernbevollmächtigten. Doch in Zeiten, in denen eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs und des Schienenpersonennahverkehrs im Sinnes des Umwelt- und Klimaschutzes oberste Priorität genießen müsse, sei es „eine Katastrophe, dass häufig frequentierte Nahverkehrsverbindungen wegen anderweitiger Trassennutzungen ersatzlos gestrichen werden“.

Aus diesem Grund ist es aus Sicht der Albachtener Sozialdemokraten umso ärgerlicher, „dass anstatt der dringend notwendigen Verdichtung der Zughalte und einer Rückkehr zum Halbstundentakt zum Fahrplanwechsel 2020/21 in der Summe eine weitere Ausdünnung vorgenommen wird“. Das sei keineswegs akzeptabel. „Es müssen Lösungen dafür aufgezeigt werden, dass der SPNV bei Trassennutzungskonflikten mit dem Fernverkehr nicht weiterhin an vielen Stellen signifikant benachteiligt wird“, fordern die Sozialdemokraten. Werner Lübberink bitten sie darum, „dafür Sorge zu tragen, dass dem Stellenwert des Schienenpersonennahverkehrs bei der Trassenvergabe Rechnung getragen wird“. Konkret heiße dies, dass für den Albachtener Bahnhof tragfähige Lösungen erarbeitet werden müssten, um dort so bald wie möglich zum Halbstundentakt zurückzukehren.

Vorgenommen hat sich Ute Hagemann zudem, so ist von ihr zu erfahren, das Thema in nächster Zeit im Rat der Stadt Münster zur Sprache zu bringen. Zumal es doch das im Dezember 2019 vorgestellte Projekt „S-Bahn Münsterland“ gibt. Es ist noch in Planung und soll auf allen Strecken eine Taktfrequenz von mindestens 30 Minuten bieten. „Es kann nicht sein, dass der Schienenpersonennahverkehr permanent gegen den Fernverkehr ausgespielt wird“, hebt die Ratsfrau mit Blick auf die aktuelle Situation hervor.

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