Albachtens Gänsebrunnen soll neues Gänse-Trio bekommen
Wiederherstellung des Wahrzeichens

Münster-Albachten -

Seit etlichen Monaten fehlen dem Gänsebrunnen auf der Öku-Wiese die „Ludgerus-Gänse“. Jetzt wird Geld dafür gesammelt, dass sie zurückkehren können.

Freitag, 27.11.2020, 23:30 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 19:04 Uhr
Wollen dafür sorgen, dass sich die Albachtener schon bald über einen wiederhergestellten Gänsebrunnen auf der Öku-Wiese freuen können: Schützen-Chef Guido Drees (l.) und Franz-Josef Wöstmann.
Wollen dafür sorgen, dass sich die Albachtener schon bald über einen wiederhergestellten Gänsebrunnen auf der Öku-Wiese freuen können: Schützen-Chef Guido Drees (l.) und Franz-Josef Wöstmann. Foto: sch

Es geschah Mitte Januar dieses Jahres: Unbekannte Täter suchten nachts den Gänsebrunnen auf der Öku-Wiese heim. Sie stahlen zwei der drei Gänse und die Gedenktafel – allesamt aus Bronze. Vermutlich, um das Metall zu Geld zu machen. Ein herber Verlust für den münsterischen Stadtteil. Ein Wahrzeichen wurde zerstört. Läuft alles nach Plan, dann soll der Brunnen in absehbarer Zeit wieder hergestellt werden: Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft und der Verein „Hand in Hand in Albachten“ haben sich der Sache angenommen.

„Der Brunnen mit den drei Gänsen hat das Dorfbild geprägt“, sagt Guido Drees , erster Brudermeister der Hubertus-Schützen. Es gebe wohl kaum einen Albachtener, der sich nicht schon einmal am Gänsebrunnen habe fotografieren lassen. Bei vielen Hochzeiten, Taufen oder Familienfeiern sei dort so mancher Erinnerungsschnappschuss entstanden. Doch seit dem dreisten Diebstahl fehle den Albachtenern das im Juli 1993 feierlich eingeweihte Wahrzeichen.

Glücklicherweise gelang es den Dieben nicht, das komplette Gänsetrio abzutransportieren. Eine der jeweils rund 15 Kilo schweren Bronzefiguren blieb stehen, die daraufhin von den Schützen in sichere Verwahrung genommen wurde. Sie soll nun nachgegossen werden – quasi Modell dafür stehen, dass drei neue Gänse für den Brunnen geschaffen werden können. Das Vorgehen dafür ist bereits fest abgesteckt, zumal der Albachtener Franz-Josef Wöstmann , Leiter der Abteilung Gießereitechnologie und Leichtbau am Fraunhofer-Institut in Bremen, mit von der Partie ist. Guido Drees sprach ihn an und stieß sofort auf offene Ohren.

Vorgesehen ist, dass die Albachtener Produkt-Entwicklungsfirma Helterhoff das Modell für den Guss des originalgetreuen neuen Gänsetrios anfertigt. Gegossen werden sollen die Figuren dann am Fraunhofer-Institut – allerdings nicht mehr aus Bronze, sondern aus Aluminium, das anschließend eine passende Beschichtung erhält, sodass die Gänse ihren verschollenen Vorgängern ähneln. Die Wahl des preisgünstigen Werkstoffs Aluminium soll das Risiko eines neuerlichen Gänse-Diebstahls minimieren.

Er habe sich verpflichtet gefühlt, die Schützen bei ihrem Projekt zu unterstützen, sagt Wöstmann, zumal diese schon seit Jahren die regelmäßige Pflege des Gänsebrunnens übernommen hätten. Als Beiratsmitglied der Volksbank-Wertestiftung Münsterland konnte er zudem dafür sorgen, dass diese sich finanziell an der Wiederherstellung des Brunnens beteiligt. Die Kosten dafür, so meint er, würden „definitiv über 10 000 Euro“ liegen.

Aufgebracht werden soll das Geld folgendermaßen: Der Verein „Hand in Hand in Albachten“ wird sich mit einem Teil des beim Verkauf des Albachtener Adventskalenders erzielten Erlöses am Projekt beteiligen. Die Wertestiftung Münsterland wiederum wird einen Basisbeitrag von 5000 Euro bereitstellen sowie zusätzliches Spendengeld einbringen. Dafür soll in Kürze auf der Homepage der Stiftung unter der Rubrik „Förderprojekte“ ein Crowdfunding installiert werden. Über dieses können Unterstützer beliebige Summen für die Wiederherstellung des Brunnens spenden. Die Stiftung wird die jeweilige Summe dann verdoppeln.

Läuft alles optimal, dann könnten Albachtens Brunnengänse inklusive neuer Gedenktafel schon Anfang kommenden Jahres wieder ihren angestammten Platz einnehmen. Sie wurden seinerzeit von der Künstlerin Brigitte Frerichsross-Busch geschaffen. Als „Ludgerus-Gänse“ haben sie direkten Bezug zur Legende um den Heiligen Ludgerus (Liudger, 742 – 809), dem ersten Bischof von Münster, nach dem die Albachtener Pfarrkirche benannt wurde.

 

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