Resolution zur besseren Anbindung des Albachtener Bahnhofs
Rückenwind aus dem Rathaus

Münster-Albachten -

Der Kampf um eine bessere Anbindung des Albachtener Bahnhofs geht weiter. Nun haben die Befürworter eine Resolution verfasst, die auch auf die Zustimmung der Stadtspitze trifft.

Dienstag, 08.12.2020, 17:21 Uhr aktualisiert: 11.12.2020, 11:00 Uhr
Fernzüge fahren häufig auch durch den Bahnhof Albachten und verdrängen den Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV), so die Initiatoren der Resolution.
Fernzüge fahren häufig auch durch den Bahnhof Albachten und verdrängen den Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV), so die Initiatoren der Resolution. Foto: sch

Rückenwind für die Verfechter einer deutlich besseren Anbindung des Albachtener Bahnhofs an den Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV): Einer gemeinsam von Bündnis 90  / Die Grünen, der SPD und Volt unterzeichneten Resolution schließt sich nun auch die Verwaltung der Stadt Münster an und begrüßt diese „ausdrücklich“, wie es in einer von Oberbürgermeister Markus Lewe unterzeichneten Stellungnahme heißt.

Beides – Resolution und Stellungnahme – stehen auf der Tagesordnung der heutigen Ratssitzung, die um 16.45 Uhr in der Halle Münsterland beginnt. Die Bahnhofs-Thematik wird unter dem Tagesordnungspunkt 36.1 geführt. Und dabei spielt der Albachtener Bahnhof eher eine exemplarische Rolle, denn die Problematik der Ausdünnung des lokalen Fahrplans könnte durchaus auch andere Bahnhaltepunkte in Münster wie Amelsbüren oder Hiltrup betreffen. „Der SPNV befindet sich dabei auf der Verliererstraße“, so die unmissverständliche Aussage der Resolutions-Unterzeichner.

Der Knackpunkt aus Sicht der Kritiker ist die Tatsache, dass bezüglich der vorhandenen Trassen die Fernverkehrszüge gegenüber dem SPNV Vorrang genießen würden. Das habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass ein fast durchgängiger Halbstundentakt am Albachtener Bahnhof in den vergangenen Jahren weiter ausgedünnt worden sei.

Diese Trassenkonflikte sind auch Inhalt einer Resolution der Verkehrsverbände Nahverkehr Rheinland (NVR), des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL) und des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr (VRR) sowie des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) vom 7. Oktober dieses Jahres. „Dieser Resolution schließen wir uns inhaltlich vollumfänglich an“, schreiben die Verfechter aus Münster.

Ein Kritikpunkt: „Einer Fernverkehrsverbindung sogar mit nur einzelnen Fahrten an einzelnen Verkehrstagen wird die gleiche Bedeutung zugemessen wie einer hochfrequentierten, stündlich verkehrenden regionalen Pendlerverbindung, auf deren Zuverlässigkeit nicht nur teils Zehntausende Pendlerinnen und Pendler, sondern auch die ansässigen Unternehmen täglich vertrauen.“ Zudem hätte der SPNV bezüglich der zu erzielenden „Trassenentgelte“ stets das Nachsehen: Fernverkehrsverbindungen erzielten aufgrund ihrer Lauflänge stets ein höheres gesamtes Trassenentgelt.

Ein letzter Punkt: Nutzt laut Resolutions-Unterzeichnern ein Fernverkehrsunternehmen die ihm zugeteilte Trasse nicht, werde dies nicht an andere Interessenten kommuniziert. Ergo sei eine dann freiwerdende Trasse nicht zu nutzen.

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