Albachtener ärgern sich über AWM-Räumeinsatz
„Schnee möglichst in eigenen Vorgarten schaufeln“

Münster-Albachten -

Ein Ehepaar an der Sendener Stiege in Albachten beschwert sich über die dortige Schneeräumung und will vor dem eigenen Grundstück keinen Schnee mehr beseitigen.

Montag, 08.02.2021, 20:19 Uhr
Auch andernorts in Albachten, wie hier in der Straße „An der Beeke“, wurde am Sonntag von Anliegern Schnee geschaufelt.
Auch andernorts in Albachten, wie hier in der Straße „An der Beeke“, wurde am Sonntag von Anliegern Schnee geschaufelt. Foto: e

„Bei einer solchen Extremwetterlage ist es wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen“, unterstreicht Manuela Feldkamp , Sprecherin der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Ein Ehepaar aus Albachten hatte sich per E-Mail bei unserer Zeitung sowie bei den Abfallwirtschaftsbetrieben gemeldet und sich unter der Überschrift „Schneeräumen in Münster – Beschwerde und Protest“ darüber mokiert, dass ein Einsatzfahrzeug des Unternehmens Schnee auf den freigeschaufelten Gehweg befördert habe.

Was war geschehen? Die Beschwerdeführer, wohnhaft an der Sendener Stiege, hatten am Sonntag nach eigenen Angaben zusammen mit Nachbarn mehrfach dafür gesorgt, dass der Fußweg vor den dortigen Grundstücken begehbar blieb und den Schnee auf den am Wegrand vorhandenen Streifen geschaufelt. Am späten Nachmittag fuhr dann ein AWM-Räumfahrzeug samt Streueinheit durch die Sendener Stiege. Bei dem Einsatz schob es „den zuvor mühsam entfernten Schnee wieder auf den Gehweg zurück“.

Das empfinde man als unzumutbar, schreibt das Ehepaar. Die AWM müssten das durch die Räumung verursachte Gefährdungspotential wieder beseitigen. Obendrein lehne man „jede weitere Räumungsverpflichtung“ vor dem eigenen Grundstück „kategorisch ab“, so die verärgerten Albachtener.

Manuela Feldkamp kann nachvollziehen, dass sich Anwohner über derartige Vorfälle aufregen können. Gleichwohl bittet die AWM-Sprecherin um Verständnis: Dass Straßen, wo immer dies möglich sei, geräumt würden, genieße oberste Priorität. Schließlich gehe es auch um Rettungsfahrzeuge, die im Einsatz bleiben müssten. Wenn Schnee dabei im Extremwettereinsatz vom Straßenrand oder Seitenstreifen auf Gehwege zurückbefördert würde, dann sei dies mitunter bedauerlicherweise nicht zu ändern. Nicht ohne Grund werde Bürgern seitens der AWM geraten, Schnee, der sich halt nicht in Luft auflösen könne, nach Möglichkeit in den eigenen Vorgarten zu schaufeln.

Wenn betroffene Bürger im Falle des Falles die Ansicht hätten, sie könnten aufs Schneeräumen vor ihrem Grundstück verzichten, dann sei dies unzutreffend, stellt Manuela Feldkamp klar: „Die Räumpflicht besteht auch weiterhin.“

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