Albachtener Autorenduo hat neuen Krimi veröffentlicht
Finstere Taten hinter Klostermauern

Münster-Albachten -

Sie haben es wieder getan: Andrea Timm und Christhard Lück haben erneut einen neuen Kriminalroman geschrieben. Und er ist spannend geworden.

Freitag, 19.02.2021, 20:36 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 18:21 Uhr
„Mord in der Klosterkapelle“ heißt der neu herausgekommene Krimi des Albachtener Autorenduos Christhard Lück und Andrea Timm.Foto: Benno-Verlag
„Mord in der Klosterkapelle“ heißt der neu herausgekommene Krimi des Albachtener Autorenduos Christhard Lück und Andrea Timm.Foto: Benno-Verlag

Auch ein Kloster kann eine Insel sein – fernab der Welt, mit eigenen Regeln und Gesetzen. Darum funktioniert „Mord in der Klosterkapelle“, der neue Roman der Albachtener Autoren Andrea Timm und Christhard Lück , tatsächliche auch als Fortsetzung der letzten beiden „Inselkrimis“ des Duos – obwohl das ebenso mörderische wie fiktive Kloster in Süddeutschland liegt.

Dorthin verschlägt es Kirchenmusiker Fritjof Harmsen, Jugendpsychologin Svea Norden und den knorrigen Ex-Polizisten Arno Rosenbroek, die eigentlich auf der ebenfalls von Timm und Lück erdachten Insel „Möwewind“ irgendwo vor den deutschen Küsten meist tödliche Verwicklungen aufklären. Prompt gibt es auch im Kloster mehrere Leichen, aber diesmal bekommen die finsteren Taten eine ganz neue Dimension. Christhard Lück, Professor der evangelischen Religionspädagogik im Ruhestand, hatte nämlich die Idee. „Das Geheimnis des Sebastian Kneipp“ (Untertitel des Romans) zur Grundlage der Ränke hinter den Klostermauern zu machen.

Christhard Lück

Christhard Lück Foto: jans

Passend zum 200. Geburtstag des am 17. Mai 1821 im oberschwäbischen Stephansried geborenen katholischen Priesters und berühmten „Wasserdoktors“ Kneipp beleuchten Lück und Timm mit „Mord in der Klosterkapelle“ dessen Ideen und deuten ein aufrüttelndes „Was wäre wenn?“-Szenario an. Was wäre denn, wenn Pfarrer Kneipp, der immerhin 1894 Papst Leo XIII. in Rom behandelte und von diesem auch zum Monsignore ernannt worden war, mit seinen Thesen das zölibatäre Weltbild der katholischen Kirche angegriffen hätte? Auch heute noch dürften solche Vorstellungen gesellschaftlicher Sprengstoff sein.

Kein Wunder, dass die Katholikin Andrea Timm zunächst über das Thema dachte: „Ich hatte Angst, dass es eine Nummer zu groß für uns ist.“ Diese Furcht war unbegründet. Sorgfältig, sachkundig, aber auch mit lesefreundlich leichter Hand weben die beiden Autoren ihre Themenkomplexe, zu denen neben Kneipps Ideen unter anderem noch Sterbehilfe sowie der Konflikt zwischen Maria 2.0 und der Gegenbewegung Maria 1.0 kommen, in eine spannende Handlung ein. Christhard Lück weiß dabei durchaus, dass das Buch kontrovers gesehen werden kann: „Für manchen Kneipp-Anhänger ist es eine Zumutung oder Herausforderung.“

Andrea Timm

Andrea Timm Foto: jans

Abgerundet wird „Mord in derKlosterkapelle“ durch eine Beschreibung der im Buch bedeutsamen kneippschen „Säulen“ zur gesunden Lebensführung: Wasser, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung, Balance, Begegnung und Körperlichkeit. Kennern dürfte auffallen, dass die Autoren sich zwei dieser Leitideen ausgedacht haben. Im ausführlichen Nachwort beschreiben Timm und Lück, welche  das sind. Im Hinblick auf diese Thesen betonen sie jedoch: „Sie gründen (…) auf dem Gedankengut Kneipps.“ Zudem werden viele im Roman verwendete Ideen weiter erklärt.

Aber keine Angst, allzu theoretisch geht es auch in diesem Werk des Autorenduos nicht zu. Christhard Lück und Andrea Timm, von Haus aus Architektin, konstruieren wieder einen durchaus erdverbundenen Plot. Das dürfte auch beim nächsten Inselkrimi des Duos der Fall sein. Wenn alles gut läuft, erscheint er in zwei Jahren. Dann geht es um Fußball.

Mord in der Klosterkapelle (Benno-Verlag, Leipzig, ISBN 978-3-7462-5783-9)

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