Der Nachwuchs versteckt sich
Landwirte und Nabu warnen vor unbedachten Spaziergängen

Münster-Albachten -

Wandern und Spazierengehen in heimischen Gefilden wird immer beliebter. Doch dabei sollte man achtsam sein und sich an Regeln halten, mahnen Landwirte und Naturschützer.

Mittwoch, 10.03.2021, 19:22 Uhr aktualisiert: 10.03.2021, 20:12 Uhr
Aline Förster vom Nabu (l.), Landwirt Alfons Averweg und die Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Susanne Schulze Bockeloh möchten dafür sensibilisieren, Flächen in der Natur nicht unbedacht zu betreten.
Aline Förster vom Nabu (l.), Landwirt Alfons Averweg und die Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Susanne Schulze Bockeloh möchten dafür sensibilisieren, Flächen in der Natur nicht unbedacht zu betreten. Foto: Annegret Lingemann

In Münsters grünem Umland ist reger Betrieb. Wie in jedem Jahr lockt die erste Frühjahrsluft viele Menschen in die freie Natur. Nun kommt noch die Corona-Krise hinzu, da sind bei vielen Spaziergängern besonders die nahen Ausflugsziele beliebt. „Wir Landwirtsfamilien können das Verlangen, die Natur zu genießen und hier Erholung zu suchen, sehr gut nachvollziehen – rund um den Lockdown umso mehr“, sagt die Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, Susanne Schulze Bockeloh.

Einen verstärkten Andrang durch Freizeitaktivitäten rund um seinen Hof hat auch Landwirt Alfons Averweg aus Albachten festgestellt. Was er dabei beobachtet, macht ihm ebenso wie der Kreisverbandsvorsitzenden aber auch ein wenig Sorgen. Das Wegenetz im Münsterland hält er für gut ausgebaut. Deshalb sei es keine gute Idee, über einen vermeintlich wilden Wiesenstreifen neben einem Feld oder über Uferrandstreifen zu laufen, erst recht nicht mit Hunden, in deren Kot sich Parasiten befinden könnten.

Der Blühstreifen mit einer mehrjährigen Einsaat habe eine ökologische Wertigkeit in der Agrarlandschaft und sei wertvoll für die Wildtiere. „Grillen und Picknicken im Feld zerstört die Saat des Getreides und der Kulturen, die wir im weiteren Jahresverlauf ernten wollen“, erklärt der Landwirt.

Aline Förster von der Nabu-Naturschutzstation Münster macht sich besonders für den inzwischen selten gewordenen Kiebitz stark. „Jetzt beginnt die Zeit, in der Bodenbrüter wie Rebhühner, Fasane und Kiebitze ihr Gelege setzen, sich Junghasen auf den Feldern tummeln und Rehkitze auf ersten Erkundungstouren unterwegs sind. Sie alle sind durch unbedachte Spaziergänger und nicht angeleinte Hunde, die mitten über Felder und Wiesen gehen, höchst gefährdet“, warnt Förster.

„Die Natur braucht die Menschen nicht, aber wir brauchen die Natur“, appelliert Susanne Schulze Bockeloh an alle Spaziergänger. „Deshalb müssen wir rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst mit ihr umgehen.“

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