Umweltsünder treiben in Albachten ihr Unwesen
Prall gefüllte Hausmüllsäcke in die Böschung geworfen

Münster-Albachten -

Immer wieder werden in Albachten Müllsäcke von Unbekannten illegal in der freien Natur abgeladen. Das ärgert so manchen ganz gehörig.

Freitag, 19.03.2021, 23:25 Uhr aktualisiert: 23.03.2021, 10:21 Uhr
Hat keinerlei Verständnis dafür, dass Säcke mit Hausmüll in der freien Natur entsorgt werden: Ursula Eßmann.
Hat keinerlei Verständnis dafür, dass Säcke mit Hausmüll in der freien Natur entsorgt werden: Ursula Eßmann. Foto: sch

„Über sowas kann ich mich einfach nur ärgern“, sagt Ursula Eßmann. Sie steht an der Ostseite der Osthofstraße im Bereich zwischen der Autobahn- und der Eisenbahnbrücke und zeigt auf den steilen Fahrbahnrand. Hinter der Leitplanke liegen drei prall gefüllte blaue Müllsacke in der mehrere Meter tiefen Böschung: Ein klarer Fall von illegaler Müllentsorgung.

Doch es sind nicht nur drei Säcke, die dort im noch unbelaubten Gehölz liegen. Einige Meter entfernt geht es weiter. Elf Säcke zählt sie verteilt in der Böschung. Einige lägen schon seit Herbst vergangenen Jahres dort, einige seien erst in jüngster Zeit hinzugekommen. Ursula Eßmann weiß dies, da sie dort nach eigenem Bekunden oftmals mit dem Fahrrad auf Achse ist. Sie wundere sich darüber, dass jemand seinen Müll einfach dreist in die Landschaft schmeiße. Es müssten wohl recht dumme Menschen sein, die so etwas täten, mutmaßt sie. Derartigem Treiben müsse Einhalt geboten, die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden.

Ursula Eßmanns Einschätzung nach handelt es sich um Säcke, die mit Haushaltsmüll gefüllt sind und offenbar „mit Wucht aus dem Auto heraus“ in die Böschung geworfen wurden. Das sei im betreffenden Bereich gut möglich, da er gut einsehbar sei und der oder die Übeltäter deshalb ihren Müll dann dort abwerfen könnten, wenn es keine Augenzeugen gebe.

Beim städtischen Ordnungsamt hat Ursula Eßmann bereits vor einigen Wochen angerufen und um die Beseitigung der Müllsäcke gebeten. Die Mitarbeiterin habe ihr gesagt, dass sie sich kümmern werde. Doch geschehen sei leider nichts, bedauert sie. Deshalb habe sie sich nun an die Zeitung gewandt, damit endlich etwas passiere.

Illegale Ablagerungen – ein echtes Problem

Laut Manuela Feldkamp , Sprecherin der städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM), sind illegale Müllablagerungen in Münster offenbar ein echtes Problem: „Im Jahr 2018 haben wir rund 1250, 2019 rund 1300 und im vergangenen Jahr rund 1200 illegale Abfallablagerungen entfernt.“ Wilde Müllkippen schadeten der Umwelt, verschmutzten die Stadt und verursachten Kosten für die Allgemeinheit. In den vergangenen drei Jahren seien für die Entsorgung jeweils 590 000 Euro angefallen. Werde der Verursacher ermittelt, so müsse dieser seit 2019 mit einer verschärften Geldbuße rechnen.

„Dieser Einsatz war nicht ohne“

Im Gespräch mit unserer Zeitung kündigte die AWM-Sprecherin am gestrigen Freitag an, dass man sich zeitnah um die Beseitigung der wilden Müllhinterlassenschaften kümmern werde, was auch geschah: „Dieser Einsatz war nicht ohne. Die Böschung – dicht bewachsen mit Dornensträuchern – geht dort rund zehn Meter steil in die Tiefe. In den Säcken befanden sich übrigens Glasflaschen, Tetrapacks und Lebensmittelreste“, berichtete Manuela Feldkamp nach Rücksprache mit den beauftragten Kollegen.

Bereits Ende Februar war es in Albachten nahe der Lindenallee zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Dabei hatten unbekannte Umweltsünder an der Straße nach Bösensell acht der blauen Säcke – ebenfalls prall mit Hausmüll gefüllt – im Straßengraben „entsorgt“.

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