„Ist euer Pastor hier?“
„Bullemänner“ bewiesen erneut ihr herausragendes Gespür für lokale Reizthemen

Münster-Amelsbüren -

„Bullemänner“ bewiesen erneut ihr herausragendes Gespür für lokale Reizthemen

Sonntag, 26.02.2012, 18:02 Uhr

„Ist euer Pastor hier?“ : „Bullemänner“ bewiesen erneut ihr herausragendes Gespür für lokale Reizthemen
Die Bullemänner zum dritten Mal in Amelsbüren: Mit einem Gespür für lokalen Sprengstoff gab es ein Dauerfeuer auf die Lachmuskeln. Foto: mlü

Man kennt sich ja, ist zu Besuch bei guten Freunden. Und so gingen die „Bullemänner“ bei ihrem mittlerweile dritten Auftritt im Autohaus Wiesmann gleich mitten in die Vollen, schonungslos – sie bewiesen kabarettistisches Gespür für den lokalen Sprengstoff.

Ein Dauerfeuer auf die Lachmuskeln. „Ist euer Pastor hier?“, fragte Ur-Westfale Nummer Eins, Augustin Upmann , in die völlig ausverkauften Ränge. „Ne, der hat zu viel zu tun, der muss jetzt auch Hiltrup machen“, wusste Ur-Westfale Nummer Zwei, Heinz „Heini“ Weißenberg.

Und gleich der nächste Tiefschlag: „Ihr habt ja eine eigene Autobahnabfahrt!“, schwärmt Heini. Setzt aber ätzend nach: „Das ist ja das Schöne an Amelsbüren – man kommt so schnell weg.“

Und offenbar lesen die beiden Ethno-Kabarettisten regelmäßig die Westfälischen Nachrichten: „Eure Karnevalsparty hat ja Wellen geschlagen – und so schlau: den Schnaps im Wald zu verstecken.“ Die perfekte Überleitung zum Thema des Abends: Intelligenz.

Zwar käuen die Bullemänner auch in ihrem mittlerweile neunten Bühnenprogramm „iKuh“ genüsslich die westfälische Lebensart wieder – diesmal aber machen sie sich große Sorgen um die Zukunft von Westfalen.

Denn: Ein Gemeinwesen sei ja umso erfolgreicher, je intelligenter seine Bevölkerung ist. Und der Westfale habe es da nicht so leicht.

Die Gefahr sei groß, abgehängt zu werden: „Dann ist man schnell Mecklenburg-Vorpommern. Oder Rinkerode“, fürchten die Clowns mit westfälischem Migrationshintergrund.

In ihrem fiktiven Heimatdorf Suchtdrup – gegen das Amelsbüren angeblich aussähe wie eine Metropole – versuchen die Einwohner daher schon längst Google Streetview mit findigen Manövern zu täuschen. Wenn das Kamera-Auto kommt, müssen alle Senioren auf dem Kirchplatz online Doppelkopf spielen. Und auf jedes Auto kommt ein Aufkleber: „Abi 2011“.

Aber die Affäre Guttenberg habe gezeigt: „Intelligentes Leben lässt sich auf Dauer nicht vortäuschen.“

Tja, und manchmal passierten Dinge auf der Bühne, die lassen sich einfach nicht wiedergeben. Wenn zum Beispiel beide Bullemänner Flamenco zur Musik von Tastenfachkraft Svetlana Svoroba tanzen. Gott imitieren. Oder einfach mal zappeln und abspacken. Das muss man dann eben gesehen haben. . .

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