Entwarnung für das Münsterland
Auf Mückenfang

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Entwarnung für das Münsterland: Die Nabu-Naturschutzstation Münsterland nimmt an einem bundesweitem Forschungsprojekt teil. Sie fängt Mücken. Noch wurden keine exotischen Arten gefunden – so das vorläufige Fazit.

Samstag, 24.08.2013, 13:08 Uhr

„Die Auswertungen aus den beiden vergangenen Jahren erbrachten bis jetzt nur heimische und harmlose Arten“, kann der Diplom-Biologe Dr. Thomas Hövelmann von der Nabu-Naturschutzstation beruhigen. „Exotische Krankheitsüberträger wie die Asiatische Buschmücke oder die Asiatische Tigermücke sind bei uns bislang noch nicht gefunden worden.“

Hintergrund

Das Forschungsprojekt soll die Frage klären, ob sich durch den Klimawandel oder durch globalen Warentransport und Reiseverkehr neue Mückenarten ansiedeln, die möglicherweise Krankheiten übertragen können. Noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts war Malaria eine auch in Deutschland heimische Krankheit. Alle notwendigen Informationen und bisherigen Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht.

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In der Mückenfalle auf Haus Heidhorn wurden laut Pressemitteilung in den vergangenen Jahren rund 600 Stechmücken gefangen. 95 Prozent der Stechmücken gehören zum Artenkomplex Culex pipiens/torrentium, umgangssprachlich ist das die gemeine Hausmücke. Sie ist die häufigste und am weitesten verbreitete Art in Deutschland. „Sie findet sich häufig in der heimischen Regentonne“, so der Naturschutzbund (Nabu).

Daneben wurden in der Mückenfalle noch vereinzelt zwei Waldmücken-Arten gefunden. „Das verwundert nicht, grenzt doch mit der Davert das größte zusammenhängende Waldgebiet des Münsterlandes unmittelbar an Haus Heidhorn“, sagt Hövelmann und schmunzelt.

Allerdings waren in diesem Jahr im weiteren Umfeld von Münster auch eine Vielzahl von sogenannten Überschwemmungsmücken aufgetaucht, die nur in sehr feuchten Jahren in größerer Zahl auftreten. Die Stiche solcher Arten verursachen oft stärkere Schwellungen, da sie dem Immunsystem nicht so geläufig sind.

Die Untersuchungen auf Haus Heidhorn gehören zu einem bundesweiten Forschungsprojekt des Friedrich-Loeffler-Institutes in Greifswald sowie dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung zur aktuellen Verbreitung einheimischer und eingewanderter Stechmücken in Deutschland.

Die Nabu-Naturschutzstation Münsterland ist einer von 80 Untersuchungsstandorten in ganz Deutschland und der einzige im Münsterland. In mit Lockstoff bestückten Trichternetz-Fallen würden die Mücken gefangen und bis zur Auswertung in Greifswald in der Tiefkühltruhe verwahrt, heißt es in der Mitteilung der Nabu.

Neben den technisch aufwendigen Fanganlagen besteht auch für Privatpersonen die Möglichkeit , Mücken für das Forschungsprojekt zu sammeln.

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