Jahres- und Verkaufsausstellung im Kunsthaus Kannen mit lokalen und internationalen Künstlern
Porträts mit besonderem Ausdruck

Münster-Amelsbüren -

Vor Stellwänden stehen viele Neugierige, betrachten die 300 Werke: Am Sonntag eröffnete im Kunsthaus Kannen die 17. Jahres- und Verkaufsausstellung mit Außenseiterkunst, „Art Brut“. Malerei, Zeichnungen, Objekte, digitale Collagen und Drucke haben die 61 Künstler geschaffen. Das Kunsthaus traf in einem Bewerbungsverfahren eine Auswahl für die Ausstellung, die das Kulturamt der Stadt Münster unterstützt. 23 der Teilnehmer kommen aus dem Klinikkomplex der Alexianer Münster GmbH, zu dem das Kunsthaus gehört.

Montag, 13.10.2014, 23:10 Uhr

Eine stattliche Zahl an Künstlern und doch längst nicht alle:
Eine stattliche Zahl an Künstlern und doch längst nicht alle: Foto: anh

Aus Hamburg und Glückstadt , auch aus Amsterdam waren Künstler gekommen – so wie Lisa Urban . Sie hatte 2012 schon einmal im Kunsthaus Kannen ausgestellt, als es um textile Kunst ging. Nun hatte sie sich mit sechs Porträts beworben. Vier von ihnen sind nun wie die anderen Bilder bis zum 25. Januar zu sehen. Einiges ist bereits schon verkauft – rote Punkte an den Werken zeugen davon. Urbans Handschrift ist unverkennbar, einzigartig.

Der die Ausstellung betreuenden Kunsthistorikerin Eva-Maria Döker aus Düsseldorf haben es besonders die Scherenschnitte angetan. Das Material ist simpel: Schwarzes Papier. Filigran ist der Schnitt, markant sind die Köpfe mit ihren geschwungenen Linien, die sich im Hintergrund fortsetzen. Für Lichteffekte sorgt die simple Anbringung an der Wand, die Döker so gefällt: Die Scherenschnitte sind mit feinen Nadeln festgesteckt – so kann man das Papier etwas von der Wand entfernen – es entstehen Schatten, das Werk aus zweidimensionalem Papier wirkt dreidimensional. Ausdrucksstark seien diese Porträts, hat Döker in ihrer Einführung gesagt.

Eine andere, wenn auch verwandte Porträt-Serie bietet Karsten Kirschke aus Lage mit feinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Beuys und Papst Johannes Paul II. Leicht karikierend sind sie, doch vor allem zeigt Karsten Kirschke die Gesichter im Bild zweifach – das macht sie besonders lebendig. Solch besondere Zugänge prägen viele Werke der Ausstellung. Im ganz großen Format schmückt ein über Fabelwesen fliegender Schwan die Wand hinter dem Rednerpult.

Auffällig bei mehreren Werken ist, das in die abstrakten oder konkreten Darstellungen zusätzlich Texte eingebunden sind. Neben farblich zurückhaltenden Objekten stehen strahlend bunte gemalte Gestalten. Und Fantastisches wie die Kreuzung von Insekt und Motorrad aus Draht.

Zu der Ausstellung gibt es einen kleinen Katalog mit Skizzen zu Kunst und Künstlern.

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