Jetzt sind Spezialisten und High-Tech gefragt
Platzerweiterung am Golfclub Tinnen: Acker zu Golfbahnen

Münster-Amelsbüren -

Millimetergenau modellieren Profis die neun neuen Bahnen des Golfclubs Tinnen. Dabei kommt High-Tech zum Einsatz. Kann der Eröffnungstermin im September eingehalten werden?

Montag, 09.05.2016, 18:05 Uhr

Millimetergenau modellieren Profis die neuen Bahnen des Golfclubs Tinnen. Dabei kommt High-Tech zum Einsatz. Henning Kruse (Bild unten rechts, v.l.) und Bernhard Schlütermann aus dem Vorstand sowie Architekt Christoph Städler haben den Baufortschritt im Blick.
Millimetergenau modellieren Profis die neuen Bahnen des Golfclubs Tinnen. Dabei kommt High-Tech zum Einsatz. Henning Kruse (Bild unten rechts, v.l.) und Bernhard Schlütermann aus dem Vorstand sowie Architekt Christoph Städler haben den Baufortschritt im Blick. Foto: mlü

Raupenfahrer Christian Wagner tippt auf einen Bildschirm, es ist eine Art Navigationsgerät für Erdarbeiten. Es zeigt an: Der Berg ist noch genau 18 Millimeter zu hoch. Also, Stahlschild runter, neu ansetzen, noch etwas Erde abtragen. Beim Bau neuer Bahnen beim Golfclub Tinnen ist jede Menge High-Tech im Spiel. Vermessen wurden Grund und Boden vorher unter anderem per Drohne aus der Luft. Jetzt schieben Raupen die Erde zu formschönen Hindernissen auf und die Fahrer können sich dabei auf exakte Geodaten verlassen.

Nach der langen Winterpause und einem zunächst verregnetem Frühlingsbeginn sind jetzt die Spezialisten am Zug. „Es werden weltweit nicht mehr so viele Golfplätze gebaut – das ist schon etwas Besonderes“, sagt Golfplatz-Architekt Christoph Städler über die Bauarbeiten für neun neue Bahnen. Der Raupenfahrer Christian Wagner zum Beispiel – sein letzter Einsatz war auf Sardinien . Zwei Jahre lang hat er beim Bau einer neuen 18-Loch-Anlage mitgewirkt. „Das macht Spaß“, sagt er mit breitem brandenburgischem Dialekt und drückt aufs Gaspedal. In Berlin hat er Gartenbau gelernt, dort kam er zum Golfplatzbau. Seine Raupe hat nur 140 Pferdestärken, „den Rest macht die Übersetzung“, sagt Wagner. Vor dem Stahlschild schwillt eine Welle aus Sand.

Platzerweiterung Golfplatz Tinnen

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  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü
  • Der Golfplatz Münster-Tinnen steuert auf 27 Löcher zu – neun neue Bahnen sind im Bau. Dafür rücken Spezialisten an und High-Tech wird aufgefahren. Foto: mlü

Das Baufeld an der Straße Am Kattwinkel ist dagegen schon in Form gebracht. Die beiden Teiche an Bahn 19 und Bahn 2 speichern jetzt mehr als 35 000 Kubikmeter Regenwasser – ein Gärtner-Schatz für trockenere Tage. Vor den Osterfeiertagen wurden Bewässerungsanlagen verlegt, jede kann über ein Datenkabel einzeln angesteuert werden – die perfekte Regenchoreographie.

Mitarbeiter der auf Golfplätze spezialisierten Baufirma Sommerfeld bereiten den Boden für die Grassaat vor. Peter Pacholke sortiert noch einige Steine aus, die nicht hierher gehören. Auf den Greens und Abschlägen sorgt eine spezielle Rasentragschicht aus feinem Sand und Substrat für optimales Wachstum. „Mein letzter Einsatz war in der Schweiz“, sagt Pacholke. Dort wurde ein Alpengolfplatz komplett neu gebaut – in spektakulärer Lage. „Das war spannend, aber am Steilhang auch nicht ungefährlich.“ Wenn sie nicht gerade Golfplätze baut, kümmert sich seine Firma um Sportanlagen.

„Es geht immer um die Liebe zum Detail“, erklärt Christoph Städler. Auch er ist europaweit ins Sachen Golf unterwegs, „unser Firmensitz ist aber zufällig in Münster“. Als damals die ersten 18 Löcher bei Tinnen gebaut wurden, war die Technik noch nicht so weit. „Jetzt soll es nicht nur gut werden, sondern spitze.“ Es geht ums Spielgefühl, die schöne Linienführung. Die Hügel von heute führen aber auch das Wasser besser ab als die alten Gewerke. Die Zeiten, in denen der Regen tagelang das Fairway unter Wasser setzt, werden auf den neuen Anlagen vorbei sein.

Die Kosten für die Erweiterung um neun Bahnen betragen 1,5 Millionen Euro. So weit das derzeit überschaubar ist, bleiben die Bauarbeiten im Kostenrahmen, erläutert Bernhard Schlütermann für den Vorstand des Golfclubs Tinnen. Klappt es mit der Inbetriebnahme im September? Schlütermann: „Der April war wie man es ihm nachsagt. Und wir hätten im Winter gerne mehr gemacht“. Jetzt hängt alles vom Rasen ab.

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