Garten den Stille
Wo das Handy-Klingeln doppelt stört

Münster-Amelsbüren -

Die Alexianer eröffnen mit dem Garten der Stille. Nach dem weithin bekannten Sinnespark ist das zweite besondere Gartenprojekt auf dem eigenen Campus.

Sonntag, 21.05.2017, 11:05 Uhr

Ein Teich mit Steg ist Bestandteil des neuen Gartens der Stille auf dem Gelände der Alexianer. Nach sieben Jahren wurde er am Freitag eröffnet. Oberbürgermeister Markus Lewe hat die Schirmherrschaft übernommen. Architektonisch markant wirkt die gemauerte Kugelschnecke, die begehbar ist.
Ein Teich mit Steg ist Bestandteil des neuen Gartens der Stille auf dem Gelände der Alexianer. Nach sieben Jahren wurde er am Freitag eröffnet. Oberbürgermeister Markus Lewe hat die Schirmherrschaft übernommen. Architektonisch markant wirkt die gemauerte Kugelschnecke, die begehbar ist. Foto: gro

Die Frösche quaken nach Kräften gegen die Regentropfen an. In eine der kurzgehaltenen Begrüßungsansprachen platzt, wie häufig genug, wenn Menschen zusammenkommen, das Klingeln eines Handys herein. Stephan Dransfeld , Geschäftsführer der Alexianer Münster, nutzt die kleine Störung zu einem wohlgemeinten Hinweis für künftige Besuche im neuen Garten der Stille.

Also, das Handy ist aus, bevor der Garten , betreten wird durch den Eingangsbereich, für den übrigens der Name „Paradies“ gewählt wurde. Ein Ort der Stille und auch der Kontemplation ist geschaffen worden. Für quirlige und lautere Aktivitäten gibt es auf dem Alexianer-Campus weiterhin den Sinnesgarten.

„Wir brauchen in einer Welt, die immer schneller wird, Orte der Ruhe und Entschleunigung“, zeigt sich Oberbürgermeister Markus Lewe überzeugt. „Danke für die tolle Idee.“ Er hat die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen, das von der ersten Idee bis zur Fertigstellung geschlagene sieben Jahre benötigte. Der Dank gilt Elli Fieker, Ilse Copak und Gabriele Andreae.

Hügel wurden aufgeschüttet, Kuhlen gegraben, ein Teich mit Steg angelegt. Auch zwei Hütten aus Holz stehen in dem 70 mal 70 Meter großen Carré. Sie wurden von Jugendlichen der Hauptschule Hiltrup gezimmert. Eigens aus Bayern kam ein 330 Millionen Jahre alter Kugel-Diorit. Sandra Silbernagel hat ihn bearbeitet.

Am meisten fasziniert die begehbare, aus Ziegelsteinen gemauerte Kugelschnecke. An Spitznamen mangelt es schon jetzt nicht. „Termitenhügel“ wird das trichterförmige Gebilde genannt, auch „Pantheon“ oder „Ruhmeshalle“. Stephan Dransfeld listet sie alle auf.

Wichtig ist ihm der Dank an die vielen Unterstützer und Spender. Sage und schreibe 220 000 Euro dieses 350 000-Euro-Projektes kamen durch Spenden zusammen. Neben der Stiftung der Alexianer-Brüder seien es viele Einzelspender gewesen. So sei der Garten „kein exklusiver Garten der Alexianer“ geworden, sagt Dransfeld.

„Achte auf das feine unaufhörliche Geräusch, es ist die Stille“, hat der Dichter Paul Valery einmal gesagt. Regentropfen wird man zu diesen feinen Geräuschen zählen, auch das Quaken der Frösche. Das Handy aber mag noch so unaufhörlich klingeln, als fein wird es niemals gelten. Zumindest im Garten der Stille.

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