Volksbank Amelsbüren
Das gallische Dorf schert aus

Münster-Amelsbüren -

Die Volksbank Amelsbüren strebt eine Fusion an. Sie wird 2019 die Eigenständigkeit aufgeben und damit ihre fast schon legendäre Sonderstellung als „kleines gallisches Dorf in Münsters Bankenlandschaft“.

Montag, 05.02.2018, 18:02 Uhr

Gemeinsam in die Zukunft wollen die Volksbanken in Amelsbüren und Senden mit den Vorständen (v.l.) Jürgen Webner, Reinhard Böcker, Martin Lauhoff, Jörg Rottmann gehen.
Gemeinsam in die Zukunft wollen die Volksbanken in Amelsbüren und Senden mit den Vorständen (v.l.) Jürgen Webner, Reinhard Böcker, Martin Lauhoff, Jörg Rottmann gehen. Foto: gro

Nun also doch: Auch die Volksbank Amelsbüren strebt eine Fusion an. Die Volksbank wird die Eigenständigkeit aufgeben und damit ihre fast schon legendäre Sonderstellung als „kleines gallisches Dorf in Münsters Bankenlandschaft“, mit der die Genossenschaftsbank gerne kokettierte.

Gemeinsam mit der Volksbank Senden wollen sich die Amelsbürener für die Zukunft rüsten. Die Verschmelzung soll im Jahr 2019 erfolgen. Dieses gaben die Vorstände der beiden Banken am Montag in Amelsbüren bekannt. Ein entsprechendes Mandat haben sie nach ihren Angaben von den jeweiligen Aufsichtsräten erhalten.

Beide künftigen Partner wollen vor allem eines: Ihre starke genossenschaftliche Nähe vor Ort bewahren. Amelsbürens Bankvorstand Martin Lauhoff erklärt es so: „Wir wollen vor Ort bleiben, weil wir von der nachhaltigen Kundennähe leben.“

Der Standort Amelsbüren wäre mit der Volksbank Münster wohl nicht zu halten gewesen. Deshalb blieb es zwischen den beiden Häusern bei einem „netten Gespräch unter Nachbarn“, wie Lauhoff es formuliert. Die Gemeinsamkeiten reichten offenbar nicht aus, um in Verhandlungen einzusteigen. „Wir wollten nicht übernommen werden“, erklärt Bankvorstand Jürgen Webner , „deshalb haben wir uns rechtzeitig nach einem Partner umgeschaut.“

Auf Brautschau waren auch die Sendener seit geraumer Zeit. Der großen VR Bank Westmünsterland (Bilanzsumme 2,5 Milliarden) mit den Schwerpunkten in Borken, Coesfeld und Nottuln hätten sie sich anschließen können, was ihnen allerdings ebenfalls widerstrebt hätte. Denn auch die Sendener sind stolz auf ihre Eigenständigkeit und ihre wirtschaftliche Stärke. Ascheberg und Lüdinghausen wären denkbare Alternativen gewesen. Verhandlungen zwischen Amelsbüren und Senden werden seit gut einem Jahr geführt. „Auf Augenhöhe“, wie Sendens Bankvorstand Jörg Rottmann betont.

Mit einer Bilanzsumme von 151 Millionen Euro wird Senden der deutlich größere Partner sein. Entsprechend wird Senden Sitz der Hauptstelle werden. Beide Häuser wollen ihre Namen behalten. Entlassungen beim Personal sind nicht geplant. „Fusionsbedingte Kündigungen wird es nicht geben“, heißt es ausdrücklich. Bei den Vorständen und Aufsichtsgremien setzt man auf Kontinuität und, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, auf Fluktuation aus Altersgründen.

Einsparungen erhofft man sich bei den Sachkosten. Durch die Einführung einer vollständig neuen IT soll die eigene Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Während die Sendener die neue Software im Sommer erhalten, die Amelsbürener aber erst im Februar 2019, könne die Fusion erst 2019 erfolgen, erläutert Jürgen Webner. Auf Amelsbürener Seite soll auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2019 rückwirkend die Fusion zum 1. Januar 2019 beschlossen werden. 

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