Haus Heidhorn
Das alte Hofkreuz kommt zurück

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Das Orkantief „Friederike“ hat im Januar das alte Hofkreuz von haus Heidhorn zum Einsturz gebracht. Jetzt soll es wieder aufgebaut werden.

Montag, 18.06.2018, 20:50 Uhr

Ein altes Fundament sowie eine Steineinfassung für das Hofkreuz von Haus Heidhorn werden von (v.l.) Nicolas Glünz, Jana Stroetmann, Detlef Gießler, Ivo Ehring sowie Stephan Grote begutachtet.
Ein altes Fundament sowie eine Steineinfassung für das Hofkreuz von Haus Heidhorn werden von (v.l.) Nicolas Glünz, Jana Stroetmann, Detlef Gießler, Ivo Ehring sowie Stephan Grote begutachtet. Foto: gro

Bereits über viele Jahre sah das Hofkreuz von Haus Heidhorn so aus, als sei es ständig einer steifen Brise ausgesetzt. Es bedurfte jedoch der unbändigen Kraft des Orkantiefs „Friederike“, bis die längst morsch gewordenen Eichenbalken endgültig zusammenbrachen. Der Corpus wurde noch im Januar von fleißigen Helfern geborgen und in einer Hofscheune eingelagert. In wenigen Wochen soll das Kreuz, das seinen Standort direkt an der Westfalenstraße hat, wieder aufgebaut werden.

Heidhorn-Kenner Ivo Ehring hatte die Initiative ergriffen und war bei den Alexianern als Pächter des Geländes sowie bei der Stiftung Heidhorn vorstellig geworden. Damit stieß er allseits auf lebhaftes Interesse. Die Alexianer sagten spontan finanzielle Unterstützung zu.

Jetzt wird es konkret. Detlef Gießler hat begonnen, ein altes Fundament sowie die Einfassung des Kreuzes durch verschiedene lose Steine freizulegen. So recht zusammenpassen mag es das alles noch nicht. Er will nicht ausschließen, dass das vorhandene Fundament eigentlich zu einem anderen Zweck gegossen wurde.

In Richtung Gräfte – und damit zur Westfalenstraße – wurde die kleine Anhöhe durch eine Mauer begrenzt. „Diese Einfassung wirkt wie eine Brandruine“, erklärt Stephan Grote von der Nabu Naturschutzstation Münsterland. Gemeinsam mit freiwilligen Helfern aus den Reihen des Nabu will er diese Mauer freilegen. Auch das üppig in die Höhe geschossene Grün soll beschnitten werden, damit das Kreuz künftig besser zu sehen ist.

Auf historischen Abbildungen von Heidhorn fehlt das Hofkreuz nicht. Für alle, die von Hiltrup in Richtung Süden unterwegs waren, war es bereits von weitem zu erkennen. Vier Meter hoch war allein der Eichenbalken, abgeschlossen wurde das Hofkreuz durch einen geschwungenen Himmel, der aus Blech gefertigt war. Die Zusage für abgelagerte große Eichenbalken hat Ivo Ehring bereits bekommen. Für die Wiederherstellung des Bleches hat er einen Klempner aus Amelsbüren an der Hand, der in solchen Dingen bewandert ist. Ein Steinmetz nimmt sich des Steins mit einer zuletzt kaum noch lesbaren Inschrift an. Die aus Metall gefertigte Darstellung des Gekreuzigten hat trotz des Sturmes und des Sturzes keinen Schaden genommen. Der Corpus ist weich gefallen. Einen einzelnen Nagel findet Detlef Gießler im freigelegten Erdreich: „Das ist ein Stahlnagel mit Kupfer – der hält bis heute noch“, sagt er.

Bis September soll das Kreuz wieder errichtet sein.

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