Flüchtlingsheim Waltermannstraße
Zwei Millionen Euro für Neubau

Münster-Amelsbüren -

Die vorhandene Flüchtlingseinrichtung in Holzrahmenbauweise wird durch einen Massivbau ersetzt.

Dienstag, 17.07.2018, 17:36 Uhr

Die vorhandene Flüchtlingseinrichtung in Holzrahmenbauweise wird durch einen Massivbau ersetzt.
Die vorhandene Flüchtlingseinrichtung in Holzrahmenbauweise wird durch einen Massivbau ersetzt. Foto: gro

„Da stehen doch zwei Millionen Euro im Raum“, wundert sich ein älterer Herr über das Vorhaben der Stadt Münster, die vorhandene Flüchtlingseinrichtung in Holzrahmenbauweise durch einen Massivbau zu ersetzen. „Man könnte den Holzbau doch noch einige Jahre nutzen“, sagt er und fügt hinzu: „So würde man doch privat vorgehen.“

Die Informationsveranstaltung der Stadt Münster zu dem geplanten Wohnheim für Flüchtlinge stieß auf recht überschaubares Interesse. In sechs Reihen waren Sitzbänke aufgestellt, es hätte eine einzige genügt. Verena Schulte-Sienbeck erläuterte, warum die Stadt baut, wobei doch kaum noch Flüchtlinge in die Stadt kommen. „2015 soll sich nicht wiederholen“, sagt sie. 2017 kamen tatsächlich nur 90 Personen, in den ersten sechs Monaten 2018 erfolgten jedoch bereits 240 Zuweisungen. Und man wolle den Anteil der Menschen, die in dauerhaften Einrichtungen leben, erhöhen.

Wie Integration auf „bestmögliche bauliche Voraussetzungen“ trifft, erläuterten Dr. Christian Jäger sowie Martina Büenfeld von der Wohn- und Stadtbau. Das städtische Wohnungsbauunternehmen plant auf dem 540 Quadratmeter großen Areal vier Gebäude, bestehend aus einer öffentliche gefördertem Wohnungsbau und eben dem Wohnheim für Flüchtlinge. Das zweigeschossige Gebäude mit Spitzdach wird längs an der Deermannstraße errichtet, die Erschließung erfolgt über die Waltermannstraße.

Mit zwei Millionen Euro wird das Wohnheim veranschlagt, insgesamt investiert die Wohn- und Stadtbau elf Millionen Euro. Bereits im August soll mit dem Bau begonnen werden. In einem Jahr soll das Wohnheim bezugsfertig sein. Von den neun Wohneinheiten wird eine mit allein geflüchteten Männern belegt.

Erst mit Ende der Mietzeit wird frühestens Anfang Januar die silberfarbene Pavillonanlage abgebaut, obwohl sie längst nicht mehr bewohnt ist. „Dieser schäbige Kasten ist eine Zumutung für meine Mieter“, sagte ein Anwohner. „Wir drängen auf Entlastung.“ Warum die Einrichtung in Holzbauweise nicht weitergenutzt werden kann, dafür hatte das städtische Sozialamt eine klare Erläuterung. Diese Bauweise verstoße „massiv gegen den Bebauungsplan“.

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