Trockenheit setzt örtlichen Wäldern zu
Die Davert stöhnt

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

So trocken waren die Davert, der Wolbecker Tiergarten und die Hohe Ward nicht einmal im Rekordjahr 2016 – dem weltweit heißestem Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Trockenstress gefährdet besonders Setzlinge. Er verschlechtert aber auch bei alten Bäumen die Abwehr gegen Pilzbefall und andere Schädlinge.

Samstag, 04.08.2018, 10:00 Uhr

Trockenperioden erreichen meist im September ihren Höhepunkt. In diesem Jahr wurden bereits jetzt absolute Rekordwerte gemessen. „Man muss davon ausgehen, dass sich diese Extreme mehren“, sagt Dr. Britta Linnemann.
Trockenperioden erreichen meist im September ihren Höhepunkt. In diesem Jahr wurden bereits jetzt absolute Rekordwerte gemessen. „Man muss davon ausgehen, dass sich diese Extreme mehren“, sagt Dr. Britta Linnemann. Foto: chr

Seit vier Jahren misst die Nabu-Naturschutzstation auf Haus Heidhorn die Bodenfeuchtigkeit, das Stauwasser und den Grundwasserspiegel. „Jetzt wurde ein absoluter Tiefpunkt in allen Bodenschichten und Messtiefen erreicht“, berichtet Dr. Britta Linnemann, die Geschäftsführerin der Nabu-Naturschutzstation. Dabei ist ein Ende noch gar nicht abzusehen. Laut einer langfristigen Wetterprognose des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) kann die Dürre noch bis Mitte September dauern.

Ist die aktuelle Dürreperiode noch Wetter oder ist das schon der Klimawandel? Darauf lässt sich aus der Hiltruper Perspektive keine seriöse Antwort geben. Zum langfristigen Trend lässt sich aber sehr wohl etwas sagen: Mit Blick auf die Daten aus der Davert wird deutlich, dass sich sogar die schlimmsten Prognosen zum Klimawandel bewahrheiten, so Linnemann. „Jedes Jahr verzeichnen wir weniger Stauwasser und die Trockenperioden dauern länger an.“ Man müsse davon ausgehen, dass sich diese Extreme mehren.

Viel Nässe im Winter, wenig im Frühling und Sommer, das ist der Trend, der gerade in der Davert den Bäumen das Leben schwerer machen wird. Daher wurden in weiteren Teilen der Davert, in der Hohen Ward und im Tiergarten zahlreiche kleinere Entwässerungsgräben durch Lehm- und Holzstaue verschlossen.

Vielfalt ist das A und O. Förster gehen davon aus, dass durch eine eingeschleppte Pilzart in den kommenden Jahren rund 95 Prozent aller Eschen eingehen. „Wenn eine ganze Baumart ausfällt und keine andere Baumart einspringen kann, ist ein ganzes Ökosystem gefährdet“, warnt die Biologin. Es lohne sich aber, den Wald auf die Veränderungen vorzubereiten: „Wälder können den Klimawandel zwar nicht stoppen, aber einige Folgen abfedern.“

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