Stadt informiert zur Komplettsanierung der Pater-Kolbe-Straße
„Günstiger wird es nie“

Münster-Amelsbüren -

Die Informationsveranstaltung des Tiefbauamtes zur Komplett-Sanierung der Pater-Kolbe-Straße sowie eines Teilstücks der Straße „Zum Häpper“ stieß auf reges Interesse.

Samstag, 08.09.2018, 17:30 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 08.09.2018, 17:30 Uhr
Die Informationsveranstaltung des Tiefbauamtes zur Komplett-Sanierung der Pater-Kolbe-Straße sowie eines Teilstücks der Straße „Zum Häpper“ stieß auf reges Interesse.
Die Informationsveranstaltung des Tiefbauamtes zur Komplett-Sanierung der Pater-Kolbe-Straße sowie eines Teilstücks der Straße „Zum Häpper“ stieß auf reges Interesse. Foto: gro

Wenn es um Geld geht, steht das städtische Tiefbaumamt in Amelsbüren nicht in dem besten Ruf. Der Ärger über die Abrechnungen der Grünfläche in Amelsbüren-Süd ist noch zu frisch. Die Bürgerinformation zur Sanierung der maroden Straßen „Zum Häpper“ und Pater-Kolbe-Straße, bei der es wieder um viel Geld geht, das Anlieger zu entrichten haben, verlief dennoch in ruhigen Bahnen.

Zur Erinnerung: Die Pater-Kolbe-Straße ist in weiten Teilen in einem desaströsen Zustand. Rund um die Haltestellen mussten Teilflächen gesperrt werden, da sich die Fahrbahn um mehrere Zentimeter abgesenkt hatte. Im Frühjahr wurden die Flächen provisorisch ausgebessert. Damit dieses Provisorium hält, werden die Busse weiterhin über die Davert­straße und den Dornbusch umgelenkt.

„Da sollen sie auch ruhig bleiben“, sagt ein Anwohner. Alle zehn Minuten habe man die großen Gelenkbusse vor der Haustür gehabt. „Unhaltbar“, sagt ein anderer. „80 Prozent der Busse sind praktisch leer. Außer morgens und mittags, wenn die Schüler die Busse nutzen, und abends“, sagt ein Dritter. Bemerkenswert: Aus der Runde fordert keiner, die Linienführung wieder über die Pater-Kolbe-Straße zu legen.

„Wir nehmen das mit der Buslinie mit“, verspricht das Team aus dem Tiefbauamt um Berthold Reloe, das die Planungen vorstellt. Es sei allerdings wenig wahrscheinlich, dass die Stadtwerke ihre Linienführung ändern, warnt Reloe vor zu hohen Erwartungen.

Der Wegfall von Stellplätzen im Einmündungsbereich Plutoweg erregt die Leute. Das Tiefbauamt hält dagegen, das Abstellen der Fahrzeuge sei dort heute schon nicht erlaubt. Baumscheiben, neue Hochboards für die Bushaltestellen sowie einige Freiburger Kegel zum Ausbremsen des Durchgangsverkehrs soll die Straße erhalten. „Wo sollen die Anwohner, die in den Mietshäusern wohnen, noch parken?“, wird gefragt.

Bevor die Straßen für rund 1,3 Millionen Euro komplett saniert wird, werden im Erdreich neue Leitungen verlegt. Wasserleitungen, zum Teil auch Stromleitungen, ferner Leerrohre für Glasfaser. Die Zahl der Straßenlaternen soll verdoppelt werden auf den heute üblichen Münster-Standard. Mit zehn Cent pro abzurechnendem Quadratmeter Grundstücksfläche schlägt das zu Buche.

Die Stadt beteiligt sich massiv an den Straßenbaukosten, da sie mit der Schule selbst Anlieger der beiden Straßen ist. Ein Hausbesitzer hat fix überschlagen: „Günstiger kommen wir nie an eine vernünftig ausgebaute Straße.“ Andere erklären offen, dass sie sich nicht in der Lage sähen, die 10 000 Euro zu tragen, die von ihnen nach Maßgabe des Kommunalen Abgabengesetzes abverlangt werden.

Manch einer sehnt sich daher nach Bayern. Dort würden Straßen erneuert, ohne dass die Anlieger in dieser Größenordnung zur Kasse gebeten werden.

Baubeginn könnte im Sommer 2019 sein. Es wird mit einem Jahr Bauzeit gerechnet.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6033579?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F133%2F
Doppelschock in der Schlussphase
Starke Leistung: Der Torschütze zum 2:0, Leroy Sané (2. v. l.), lässt sich von seinen Mannschaftskameraden Nico Schulz, Thilo Kehrer, Serge Gnabry und Timo Werner (v. l.) feiern.
Nachrichten-Ticker