Volksbank Amelsbüren
Die Bankenhochzeit rückt näher

Münster-Amelsbüren -

Die Volksbank Amelsbüren, die bislang ihre Eigenständigkeit behauptet hat, strebt eine Verschmelzung mit der Volksbank Senden an. Die Mitglieder wurden jetzt an zwei Abenden umfassend über anstehende Veränderungen informiert

Donnerstag, 22.11.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 16:40 Uhr
Synergieeffekte in Höhe von 400 000 Euro allein im Sachkostenbereich kündigte Bankvorstand Martin Lauhoff durch die angestrebte Verschmelzung der beiden Volksbanken an.
Synergieeffekte in Höhe von 400 000 Euro allein im Sachkostenbereich kündigte Bankvorstand Martin Lauhoff durch die angestrebte Verschmelzung der beiden Volksbanken an. Foto: gro

Mit diesem Versprechen lässt sich womöglich die nötige Dreiviertel-Mehrheit organisieren. Anrufer bei der Volksbank Amelsbüren werden nicht mehr im unbeliebten Call-Center landen, wenn sie ihren Bankberater sprechen wollen. Nach der Verschmelzung mit der Volksbank Senden wird das Call-Center der Vergangenheit angehören, versprach der Vorstand.

Zu einer Informations- und Dialogveranstaltung zur Verschmelzung der beiden Genossenschaftsbanken hatten Vorstand und Aufsichtsrat in das Alte Gasthaus Freitag eingeladen. Da das Interesse so groß war, musste der große Saal an zwei Abenden angemietet werden, um den 160 angemeldeten Mitgliedern Platz zu bieten.

Jede Menge Zahlen und Kennziffern hatten die Bankvorstände Martin Lauhoff und Jürgen Webner aufbereitet, mit denen sie den Nachweis führen wollten, dass die Verschmelzung das Beste ist, was man in der derzeitigen Lage tun könne.

Die anhaltende Niedrigzinsphase, auch die zunehmende Regulatorik schnüren den kleinen Banken die Luft zum Atmen ab. Von 2400 Volksbanken in Deutschland, die es 1997 noch gab, werden Ende 2018 noch 820 überlebt haben. Allein von 2011 bis heute sei das Zinsergebnis für die Volksbank Amelsbüren um 21,9 Prozent eingebrochen, berichtete Jürgen Webner.

Von der Fusion versprechen sich die Banker Synergieeffekte in Höhe von jährlich 400 000 Euro allein im Sachkostenbereich. Zwar wurden Kündigungen im Zuge der Verschmelzung ausgeschlossen, auf Dauer wird durch die natürliche Mitarbeiter-Fluktuation auch ein Abschmelzen der Personalkosten erwartet. So wird der zunächst vierköpfige Vorstand schon in absehbarer Zeit, wenn Webner das Ruhestandsalter erreicht, um eine Person verkleinert.

Die gemeinsame Bilanzsumme wird auf 243 Millionen Euro steigen. Getragen wird die neue Bank von 5500 Mitgliedern und 13200 Kunden. Die Volksbank Amelsbüren zählt derzeit 4400 Kunden. Die Sendener verfügen über eine hohe Eigenkapitalquote, was sie zu einer guten Partie mache, sagte Martin Lauhoff.

Was umgekehrt die Amelsbürener zu einer guten Partie mache, wurden die Sendener Bankvorstände Reinhard Böcker und Jörg Rottmann gefragt. Sie mussten nicht lange überlegen. Sie hoffen von der größeren Dynamik im Kreditgeschäft in Münster zu profitieren. Bislang sitzen sie – salopp gesprochen – auf dem Geld, das kaum jemand nachfragt.

Die gemeinsame Bank soll Volksbank Senden heißen. Am Gebäude wird allerdings weiterhin Volksbank Amelsbüren zu lesen sein. Alle Amelsbürener Kunden erhalten neue EC-Kundenkarten, da sich für sie die IBAN-Nummer ändert. Das Bonussystem wird zudem zugunsten einer höheren Dividende auf die gezeichneten Mitgliedereinlagen abgeschafft.

Was unter dem Strich für die meisten zählt: Die Volksbank bleibt dem Dorf erhalten. Und damit die Ansprechpartner sowie die kurzen Wege bei Entscheidungen, die von den Kunden geschätzt werden. Geschäftsmann Franz Wiesmann, der auch dem Aufsichtsrat angehört, sagte es rundweg heraus: „Uns kann nichts Besseres passieren.“

Am 10. April 2019 müssen die Mitglieder mit 75-prozentiger Mehrheit für die angestrebte Bankenhochzeit stimmen. Die Vertreter in Senden folgen am 2. Mai.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6207272?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F133%2F
Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Halle Münsterland: Tierisches Vergnügen beim Dschungelbuch-Musical
Nachrichten-Ticker