Kirchengemeinden in Hiltrup
Kirchen rücken enger zusammen

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Wenn die Kirchengemeinde St. Clemens ein Angebot macht, gilt das auch für die evangelischen Gemeinden in Hiltrup und Amelsbüren. Meistens jedenfalls. Und umgekehrt ebenfalls. Jetzt wollen die Gemeinden ihre Zusammenarbeit in einer „Gemeindepartnerschaft“ dokumentieren.

Freitag, 25.01.2019, 08:00 Uhr
Die katholische Kirchengemeinde St. Clemens und die evangelischen Kirchengemeinden in Hiltrup und Amelsbüren (Bild unten) wollen am Sonntag eine Vereinbarung über die ökumenische Gemeindepartnerschaft abschließen.
Die katholische Kirchengemeinde St. Clemens und die evangelischen Kirchengemeinden in Hiltrup und Amelsbüren (Bild unten) wollen am Sonntag eine Vereinbarung über die ökumenische Gemeindepartnerschaft abschließen. Foto: gro

Gelebte Ökumene ist in Hiltrup wie auch Amelsbüren kein Fremdwort. Sie steht auf gewachsenen Fundamenten und ist seit Jahrzehnten gelebte Realität. Am Sonntag (27. Januar) wollen die Kirchengemeinde St. Clemens und die Evangelischen Kirchengemeinden Hiltrup und Amelsbüren eine „Vereinbarung über die ökumenische Gemeindepartnerschaft“ verabschieden. Was steckt dahinter?

„Wir wollen dem Ganzen einen verbindlichen Charakter geben“, erklärt Pfarrer Mike Netzler im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir wollen zeigen, dass Ökumene keine Beliebigkeit hat.“ Es sei auch ein Signal, dass es kein Zurück hinter den aktuellen Stand mehr gebe.

Zugleich leugnen die beiden Kirchengemeinden keineswegs, dass auch die veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Gegebenheiten eine Rolle spielen. Die Zahl der Christen, die sich ihrer Kirchengemeinde verbunden fühlen, ist in letzter Zeit spürbar geringer geworden. „Natürlich geht es auch um Synergie-Effekte“, erläutert der Pfarrer. Wenn die evangelische Christusgemeinde seit Jahren eine Kinderbibelwoche anbiete, dann müsse es kein vergleichbares Angebot von katholischer Seite geben.

„Vieles machen wir hier vor Ort wie selbstverständlich gemeinsam. Die Zeit der Abtrennung und ängstlichen Abgrenzung ist definitiv vorbei“, heißt es in einem Schreiben zu der angestrebten ökumenischen Partnerschaft, die am Sonntag um 10.30 Uhr in Amelsbüren in der Kirche St. Sebastian besiegelt werden soll. Geleitet wird der Gottesdienst von Pfarrer Mike Netzler und Pfarrer Klaus Maiwald Es werde Zeit, heißt es weiter, „dass dieses Miteinander verlässlich festgeschrieben wird mit der Selbstverpflichtung, die Zusammenarbeit immer weiter auszubauen und im gemeinsamen Glauben und in versöhnter Verschiedenheit immer weiter

 

zusammenzuwachsen“.

In Zukunft wolle man bewusst ein vielfältiges und gleichberechtigtes Miteinander der „je eigenen Kirchlichkeit und Frömmigkeit pflegen“. Regelmäßige Begegnungen, gegenseitige Hilfen im caritativen Dienst und Kooperationen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit werden vereinbart. „Ökumene lebt davon, dass wir Gottes Wort gemeinsam hören – im gemeinsamen Gebet und Gottesdienst.“ Das gelte auch für die zentralen christlichen Feste Ostern und Weihnachten. Die Gemeinden können sich vorstellen, sie künftig gemeinsam zu feiern.

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