Brandbekämpfung durch Landwirte
„Wasser marsch!“ aus dem Güllefass

Münster-Amelsbüren -

Die Landwirte in Amelsbüren haben sich auf trockene Sommer und die erhöhte Brandgefahr bei der Ernte eingestellt. Am Freitag war der Ernstfall da. Das nachbarschaftliche Präventionssystem war dabei sogar schneller als die Feuerwehr.

Dienstag, 09.07.2019, 10:50 Uhr
Wenn auf einem Feld ein Feuer ausbricht, lassen sich Güllefasser flexibel und punktgenau zum Löschen einsetzen.
Wenn auf einem Feld ein Feuer ausbricht, lassen sich Güllefasser flexibel und punktgenau zum Löschen einsetzen. Foto: gro

Wenn‘s auf dem Feld beim Einholen der Ernte plötzlich brennt, darf man nicht kleckern. Man muss klotzen. Davon ist Albert Feldmann überzeugt. „Da musst du große Wassermengen drauf geben. Dann ist das Feuer aus“, sagt Feldmann, der das landtechnische Lohnunternehmen am Kappenberger Damm in Amelsbüren führt.

Mit den trockenen Sommern ist auf den Feldern bei der Ernte die Brandgefahr gewachsen. Es reicht schon der Funkenschlag, wenn ein Schneidmesser auf einen Stein trifft. Im vergangenen Sommer hat Albert Feldmann das leidvoll am eigenen Leib erlebt. Zwei Pressmaschinen verlor er durch Feuer an einem Tag, dazu eine Zugmaschine. Es ging alles sehr schnell. Selbst zum Abkoppeln blieb keine Zeit mehr. Zeitweise sah es sogar so aus, als treibe der Wind das Feuer auf einen Hofstelle zu. Gott sei Dank ging dennoch alles noch glimpflich ab.

Güllefässer präventiv gefüllt

Am Freitag beim Feuer war Feldmann als erster am Brandort. Kreislandwirt Heinz-Georg Hartmann hatte ihn angerufen, als er am Bönneweg den aufsteigenden Rauch sah. „Wir waren eher da als die Feuerfeuerwehr“, sagt Albert Feldmann nicht ohne Stolz. Das Feuer war bereits gelöscht, als die Berufsfeuerwehr kam. „Und die war auch nicht langsam“, wie Hartmann anerkennend feststellt.

Der Feldbrand in Amelsbüren war am Freitag bereits gelöscht, als die Feuerwehr eintraf.

Der Feldbrand in Amelsbüren war am Freitag bereits gelöscht, als die Feuerwehr eintraf. Foto: Etzkorn

Aus Feuerwehrkreisen hieß es später, die Landwirte hätten mit Gülle gelöscht . Das ist natürlich nicht der Fall gewesen – denn es wäre ein Verstoß gegen die Gülleverordnung gewesen, stellt der Kreislandwirt klar. Gelöscht wurde mit Wasser. Für Hartmann ist klar, dass das in Amelsbüren existierende Präventionssystem selbst bei der Feuerwehr nicht genügend bekannt ist. In der Kooperation ließe sich noch einiges verbessern, ist er überzeugt.

„Das machen wir so seit Generationen“

„Wir lassen alles stehen und liegen, wenn wir angerufen werden“, erklärt Feldmann. Seit den eigenen Erfahrungen aus dem Sommer 2018 hat er immer zwei bis drei große Güllefässer auf dem Hof, die mit bis zu 26 000 Liter Wasser gefüllt sind. Der Einsatz im Brandfall ist für ihn gelebte Nachbarschaftshilfe. „Das machen wir so seit Generationen“, bestätigt auch Michael Wörmann, auf dessen Feld das Feuer am Freitag ausgebrochen war und der selbst der Freiwilligen Feuerwehr angehört.

Sie sind näher dran und kennen sich vor Ort besser aus, sagen die Landwirte. Mit ihren Gespannen sind sie mobiler und können so problemlos auf die Äcker fahren. Das Wasser können sie zielgenau verteilen. Seitwärts, nach hinten und nach oben können sie das Wasser spritzen. Sogar die Anschlüsse für Feuerwehrschläuche passen.

Albert Feldmann (r.) zeigt Michael Wörmann und Heinz-Georg Feldmann, wie sich Feuerwehrschläuche an das Güllefass anschließen lassen.

Albert Feldmann (r.) zeigt Michael Wörmann und Heinz-Georg Feldmann, wie sich Feuerwehrschläuche an das Güllefass anschließen lassen. Foto: Grottendieck

Beinahe hätte die Davert gebrannt

Gut ein Hektar Ackerfläche war am Freitag am Bönneweg in Brand geraten. Die Davert selbst ist nur knapp einer größeren Feuerskatastrophe entgangen. Die angrenzenden Fichtenfelder wären schnell in Feuer geraten, ist sich Albert Feldmann sicher. Bis an den Graben sei das Feuer bereits gekommen. Mit einer großen Wassermenge wurde die Böschung gekühlt und gelöscht – und somit eine Wand gegen das Feuer gezogen. Ein Kunststoffrohr auf der Böschung, das den Verlauf einer Gasleitung im Erdreich anzeigt, schmolz.

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