Besonders viele Blühstreifen in Amelsbüren
Preisgeld in Saatgut investiert

Münster-Amelsbüren -

Amelsbürener Landwirte gehen in Sachen Blühstreifen voran: Sie haben das Preisgeld aus einem Wettbewerb direkt wieder in neues Saatgut investiert.

Donnerstag, 18.07.2019, 19:15 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 19:20 Uhr
Derzeit dominieren Phacelia-Blüten die Blühstreifen auf einem Acker von Landwirt Michael Woermann (v.l.). Bienen und Schmetterlinge umschwirren ihn und seine Berufskollegen Nicolas Schulze-Wilbrenning, Markus Schulze-Finkenbrink und Elmar Schulze Heil.
Derzeit dominieren Phacelia-Blüten die Blühstreifen auf einem Acker von Landwirt Michael Woermann (v.l.). Bienen und Schmetterlinge umschwirren ihn und seine Berufskollegen Nicolas Schulze-Wilbrenning, Markus Schulze-Finkenbrink und Elmar Schulze Heil. Foto: mlü

Eduard Mörike hätte seine helle Freude gehabt. „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“, heißt es in seinem berühmten Gedicht. Jetzt ist es zwar schon (Hoch-)Sommer, aber in Amelsbüren wird das blaue Band wahr. Dort gibt es am Rand der Maisfelder teilweise blaue Phacelia-Blüten so weit das Auge reicht.

Bereits in zwei Wochen wird sich das blaue Bild auf den Acker-Blühstreifen noch einmal komplett wandeln. Dann sind die Sonnenblumen soweit. Je nach Böden und Witterung machen auch Kamille und Malven das Rennen. Die Pflanzen bieten Lebensraum für Insekten, aber auch Rebhühner und Feldhasen.

"Blühendes Band"

Jedenfalls: Eingesät wurden das „Blühende Band“ durch Bauernhand. Amelsbürener Landwirte haben sich besonders hervorgetan. Von den rund 200 000 Quadratmetern Blühstreifen in Münster zeichnen sie sich für rund 65 000 Quadratmeter verantwortlich.

Bereits im vergangenen Jahr wurde rund ein Dutzend Landwirte in Amelsbüren für ihr Engagement ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs „Münster: Vielfalt machen“ erhielten sie einen Zukunftspreis. „Für uns Bauern war es selbstverständlich, in diesem Jahr wieder aktiv zu sein für den Artenschutz. Daher haben wir das Preisgeld direkt wieder in die Blütenmischung investiert und freuen uns jetzt über das blühende Resultat“, ist der Landwirt Michael Woermann begeistert.

Die Nachfrage war enorm, wir hätten sogar noch etliches mehr an Saatgut ausbringen können.

Michael Woermann

Er hat teilweise auch die Aussaat auf den Feldern seiner Berufskollegen übernommen, damit nicht jeder seine Sämaschine neu einstellen muss. „Die Nachfrage war enorm, wir hätten sogar noch etliches mehr an Saatgut ausbringen können“, ist Woermann überzeugt. Aus dem Landwirtschaftlichen Ortsverband freuen sich auch Kreislandwirt Heinz-Georg Hartmann, Elmar Schulze Heil (Ortsverbandsvorsitzender), Markus Schulze-Finkenbrink und Nicolas Schulze-Wilbrenning über das tolle Ergebnis.

Jeder Bauer verzichtet freiwillig und ohne Entschädigung auf ein paar Reihen Mais oder Getreide. Dieses Modell ist den Landwirten lieber als die starre EU-Förderung in Sachen Blühstreifen. „Wir hoffen ab 2020 auf eine praxistauglichere Lösung“, so Susanne Schulze Bockeloh vom Landwirtschaftlichen Kreisverband.

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