Forensik
„Das Leben draußen nicht verlernen“

Münster-Amelsbüren -

Irgendwann müsse der Patient nach draußen, so lautet das Fazit des Chefarztes der Forensischen Christophorus Klinik der Alexianer, Prof. Dr. Dieter Seifert. Denn im geschützten Raum würde ein Therapiekonzept während der Maßregelunterbringung nur bedingt greifen.

Mittwoch, 18.09.2019, 15:00 Uhr
Prof. Dr. Dieter Seifert
Prof. Dr. Dieter Seifert Foto: hk

In seinem Vortrag im Rahmen des Forensik-Forums nahm er den – nicht gerade zahlreich erschienenen – Zuhörern die Ängste, dass die Patienten am Ende der Therapie wieder rückfällig würden. Ohne Lockerung allerdings würde das Risiko des Scheiterns nach der Entlassung erhöht, so Seifert . Damit sei die Lockerung der elementare Baustein für die Wiedereingliederung.

Lockerungsmaßnahmen dienen dem Ziel, den sozialen Erfahrungsraum zu erweitern und die Belastbarkeit zu proben. Dazu müsse das richtige Zeitfenster gewählt werden, damit das Leben draußen nicht verlernt werde. Über die Vollzugslockerung entscheidet die therapeutische Leitung.

Seifert berichtet, dass bundesweit zwei Drittel der Patienten nach dem Maßregelvollzug nicht mehr straffällig geworden sind. Lediglich 15 Prozent kämen wieder in die Forensik. Die Christophorus-Klinik lege Wert auf transparente Arbeit. Zweimal pro Woche würden Gruppenführungen angeboten. „Viel mehr können wir nicht tun“, so der Chefarzt.

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