Amelsbürener Karnevalsumzug
Kurz vor dem Start kam die Absage

Münster-Amelsbüren -

Erstmals in seiner Geschichte ist der Amelsbürener Karnevalsumzug einem Sturm zum Opfer gefallen. Viele Narren am Straßenrand waren zunächst enttäuscht – die meisten zeigten aber Verständnis für die Entscheidung.

Sonntag, 23.02.2020, 17:18 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 18:40 Uhr
Der Umzug wurde wegen Regen und Sturm abgesagt. Die meisten zeigten Verständnis für die Entscheidung.
Der Umzug wurde wegen Regen und Sturm abgesagt. Die meisten zeigten Verständnis für die Entscheidung. Foto: Oliver Werner

Knapp 90 Minuten vor Start des Amelsbürener Karnevalsumzug am Sonntag kam die Meldung: „ Ordnungsamt und Feuerwehr empfehlen wegen der widrigen Wetterbedingungen eine Absage des Umzugs“. Um 13 Uhr vermeldeten die Emmerbachgeister die Absage dann auch offiziell auf Facebook.

„Ich war den Tränen nahe. In diesem Umzug steckt monatelange Arbeit von so vielen Menschen, die ehrenamtlich ihr ganzes Herzblut investiert haben“, berichtete ein deprimierter Zugkommandant Ludger Wittkampf. Dies sei auch der Grund gewesen, warum man mit der Absage bis zum letzten Moment gewartet habe.

„Dass das Wetter nicht gut werden würde, war ja klar, aber ich habe immer gedacht: Das wird schon. Wirklich sehr schade“, sagte die Präsidentin der AKG, Angela Thieme

Noch nie ist ein Amelsbürener Umzug abgesagt worden, doch diesmal waren die Bedenken wegen der Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde schlichtweg zu groß: „Wir haben alle klar gesagt, dass wir es nicht riskieren wollten, dass Leute durch abstürzende morsche Äste oder Dachziegel verletzt würden. Wir mussten absagen“, so Zugchef Wittkampf.

Im Anschluss an die Bekanntgabe der schweren Entscheidung absolvierten die Organisatoren des Umzugs erst einmal einen Telefon-Marathon. Schließlich mussten alle Zugteilnehmer – insgesamt fast 40 Karnevalswagen und Fußgruppen – so schnell wie möglich informiert werden.

Traurig zeigten sich neben den vielen Narren, die zur Zeit der Absage schon vor Ort waren, vor allem auch das Amelsbürener Kinderprinzenpaar Benjamin I. und Valeri I: „Ich hab mich sehr auf heute gefreut, weil auch viele Freunde von mir auf dem Wagen mitgefahren wären. Dafür sind sie jetzt hier im Zelt und das macht auch Spaß“, sagte Benjamin I.

Denn gleichzeitig mit der Absage des Umzugs hatte die AKG verkündet, dass alle Narren zur Party im Festzelt eingeladen seien. „Das Wetter kann unserem Zelt nichts anhaben, also feiern wir trotzdem eine ordentliche Party hier!“, verkündete Präsidentin Thieme, die gemeinsam mit Lady Carneval Johanna I. und dem Kinderprinzenpaar alles gab, um eine gute Feierstimmung entstehen zu lassen.

„Im ersten Moment waren wir traurig, aber nach fünf Minuten war die schlechte Laune weg, denn ungeplante Partys sind die besten Partys!“, sagte Friederike Wiesmann, die mit einer Fußgruppe der Bürgerschützen Hiltrup gekommen war. Wie die große Mehrheit der Feiernden zeigte Wiesmann denn auch „vollstes Verständnis“ für die Entscheidung der Emmerbachgeister.

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