Oktoberfest am Kanalufer
Im Regen und mit festen Regeln

Münster-Amelsbüren/Hiltrup -

Oktoberfest in Coronazeiten – das scheint zunächst einmal ein Widerspruch zu sein. Viele Vereine und Veranstalter in Münster und Umgebung hatten ihre Feste abgesagt. Doch ein blau-weißer Abend kann funktionieren – mit klaren Spielregeln.

Montag, 28.09.2020, 20:09 Uhr
Ausschließlich an den Tischen durfte ohne Maske gesessen und getanzt werden. Sieben Freundinnen genießen ihre Maß Bier, während der junge Mann Cola trinkt. Einer muss schließlich fahren.
Ausschließlich an den Tischen durfte ohne Maske gesessen und getanzt werden. Sieben Freundinnen genießen ihre Maß Bier, während der junge Mann Cola trinkt. Einer muss schließlich fahren. Foto: gro

Josef Hassing tat alles, um die Stimmung hochzuhalten, als der Regen immer stärker wurde. Er stieg auf einen der nicht überdachten Tische und heizte den 360 Gästen ein. Das Oktoberfest , das am Wochenende am Kanal zwischen Hiltrup und Amelsbüren unter freiem Himmel gefeiert wurde, hatte wenig Glück mit dem Wetter. Gefeiert wurde dennoch bis zum planmäßigen Schluss um 21.45 Uhr.

Der blauweiße Abend war der Schlusspunkt der Veranstaltungsreihe „Querbeats“, die sich in den vergangenen Wochen immer mehr zu einem beliebten Treffpunkt mauserte. „Zunächst mussten wir noch bekannt werden. Die letzten Veranstaltungen waren dann immer ausverkauft“, erzählt Georg Reuber von LaViesta. Die Besucher seien regelrecht begeistert gewesen. Viele hätten ihm gesagt, es sei das schönste Festivalgelände in Münster und Umgebung.

Oktoberfest in Coronazeiten – das scheint zunächst einmal ein Widerspruch zu sein. Viele Vereine und Veranstalter in Münster und Umgebung hatten ihre Feste abgesagt. Doch ein blau-weißer Abend kann funktionieren – mit klaren Spielregeln und einem stattlichen Aufgebot an Sicherheitskräften. Es durfte sogar getanzt werden, allerdings ausschließlich an den Tischen. Getränke und Essen wurden kontaktlos bestellt und abgerechnet. Maskenpflicht bestand, sobald der eigene Tisch verlassen wurde.

Wie sehr die Gäste das Oktoberfest genossen, zeigte sich schon früh am Abend. Bereits um 18 Uhr herrschte Party-Stimmung an den Tischen. „Einfach super“, meinte ein Besucher aus Hiltrup, „dass es so etwas gibt.“ Als die Band „Die Schluchtenkracher“ auf die Bühne stieg, hatte der Himmel längst alle Schleusen aufgemacht. Selbst unter den großen Schirmen wurde es ungemütlicher. Doch es wurde munter weitergefeiert, bis um 22 Uhr wie vorgesehen alle Gäste das Gelände verlassen hatten.

Die Open-Air-Saison 2020 ist beendet. Georg Reuber und sein Team wollen weitere Events am Kanal zwischen Hiltrup und Amelsbüren organisieren. Zunächst planen sie den Bau einer Veranstaltungshalle. Es soll eine Halle entstehen, die groß genug ist, um darin feiern zu können. Zugleich soll sie mit mobilen Wandsystemen unterteilbar sein, um Tagungsmöglichkeiten zu bieten. D­­ie Gespräche mit der Stadt beginnen in Kürze.

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